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Die zauberschöne Russisch Blau ist die Naturrasse unter den Rassekatzen. Ihre faszinierenden smaragdgrünen Augen und ihr schimmerndes blaues Fell sind nicht das Ergebnis irgendeiner Züchtung, sondern die Katzen sind tatsächlich von Natur aus mit dieser außergewöhnlichen Schönheit gesegnet. Die edle Katzenrasse mit ihrer aristokratischen Ausstrahlung und ihrem ruhigen Wesen eignet sich perfekt als Hauskatze für Paare oder Einzelpersonen, weswegen wir sie euch im Folgenden näher vorstellen wollen. Spoiler: Auch für Allergiker ist die Russisch Blau geeigneter als andere Katzenrassen.

Russisch Blau – Steckbrief

Herkunft: Russland

Größe: klein bis mittelgroß

Gewicht: weibliche Tiere 2,5 – 4,5 kg; männliche Tiere 3,5 – 6,5 kg

Felllänge: kurz

Fellfarbe: blau mit silbernem Schimmer

Augenfarbe: lebhaftes Grün

Charakter: ruhig, verspielt, familienbezogen

Pflegeaufwand: gering

Preis: zwischen 450 und 800 Euro

Herkunft und Geschichte

Wie ihr Name schon verrät, kommt die wunderschöne, elegante Rassekatze Russisch Blau aus Russland, genauer gesagt aus der Hafenstadt Archangelsk, der Erzengel-Stadt. Sie zählt zu den ältesten und verbreitetsten Katzenrassen der Welt.

Schon sehr früh war die Russisch Blau in Russland sehr beliebt und startete dort ihren Siegeszug durch ganz Europa. Für die Zeit um das Jahr 1850 ist die Existenz eines Katers namens Vashka am Hof Zar Nikolaus I. belegt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Russisch Blau dann zu einer der beliebtesten Katzenrassen am Zarenhof und anderswo. Die Katzen galten in Russland als Glücksbringer: Kurz vor der erwarteten Geburt eines Kindes wurden die Katzen ins zukünftige Kinderzimmer geschickt, um böse Geister zu vertreiben. Wie Gemälde aus der Zeit belegen, schliefen die Russisch Blau auch bei den Zarenkindern im Bett. Die Vermutung, dass dieser Brauch mit dem sanften Wesen der Katzen zusammenhängt, liegt nahe.

Russisch Blau Babykatze im Körbchen

Die Reise der Russisch Blau um die Welt

Die Legende besagt, dass die Blaukatzen um das Jahr 1860 von britischen Matrosen vermutlich als Handelsware in England eingeführt wurden. Außerdem wurden die Russisch Blau in Europa unter anderem dadurch verbreitet, dass man sie gern als Geschenk an andere Königshäuser weitergab. Vor allem Katharina die Große verschenkte viele Russisch Blau an andere Königs- oder Kaiserhöfe. Ein sehr passendes Geschenk, wenn man die aristokratisch anmutende Ausstrahlung der Tiere bedenkt. Spätestens zur Katzenausstellung im Jahr 1875, die einiges Aufsehen erregte, waren die Russisch Blau dann auch im Bewusstsein der normalsterblichen Bevölkerung angekommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Russisch Blau fast ausgestorben. Es ist der Hingabe einiger englischer Züchter zu verdanken, dass der Bestand durch Kreuzungen mit Britisch Kurzhaar-, Europäisch Kurzhaar- und Siamkatzen gerettet werden konnte. Heute unterscheidet man drei Züchtungslinien: die englische, die sibirisch-skandinavische und die amerikanische. Aufgrund der Geschichte der Russisch Blau lässt sich das historisch auch gut nachvollziehen. Die Katzen dieser drei Zuchtzweige unterscheiden sich leicht in ihrer Fellfarbe und auch in ihrem Charakter. Die sibirisch-skandinavische Russisch Blau ist etwas kleiner und eleganter als ihre Artgenossinnen und weist eine etwas dunklere, fast anthrazitfarbene Fellfärbung auf. Sie verhält sich fremden Menschen gegenüber eher scheu. Die amerikanische Russisch Blau gilt hingegen als kontaktfreudigste unter den dreien. Sie ist mittelgroß und hat ein helleres, fast silberfarbenes Fell. Der englische Typ ist sowohl was die Fellfärbung, als auch was das Temperament angeht, in der Mitte zwischen beiden angesiedelt. Da in Europa aber alle drei Varianten dieser Rasse miteinander gekreuzt werden, findet man hier zumeist eine Mischung aus den drei Zuchtformen.

Aussehen

Was sofort ins Auge sticht, ist die außergewöhnliche Schönheit der Russisch Blau. Besonders sind ihre leuchtend grünen Augen und das blaue, durch die farblosen Haarspitzen oft silbern glänzende Fell.

Körperbau

Die Russisch Blau ist mittelgroß, mittelschwer und wirkt insgesamt sehr harmonisch und anmutig. Ihre langen Beine und ihr schlanker, muskulöser Körperbau verleihen ihr eine charakteristische Eleganz.

Fell- und Augenfarbe

Die Russisch Blau ist bekannt für ihre wunderschönen smaragdgrünen Augen, mit denen sie einem direkt in die Seele zu blicken scheint. Wie alle Katzenkinder kommen auch die Blaukatzen allerdings zunächst mit blauen Augen auf die Welt. Ab der 10. Lebenswoche färben sich die Augen um, meist in ein Gelb. Das charakteristische leuchtende Grün entwickelt sich innerhalb der ersten beiden Lebensjahre.

Neben ihren faszinierenden grünen Augen ist das Auffälligste an der Russisch Blau mit Sicherheit ihr Fell. Als einzige Katze auf der Welt besitzt sie ein sogenanntes Doppelfell: Das Deckhaar und die Unterwolle sind gleich lang. Das sorgt dafür, dass das Fell plüschig absteht, und damit für eine einzigartige Weichheit und Kuschligkeit.

Charakter der Russisch Blau

Das Wesen dieser zauberschönen Katzen ist freundlich und ruhig. Zwar sind sie als Kätzchen kleine Wirbelwinde, doch je älter sie werden, desto gesetzter wird ihr Temperament. Die Russisch Blau ist eine Katze, die sich genau aussucht, wem sie ihre Zuneigung schenkt. Während sie sich Fremden gegenüber oft scheu oder sogar ängstlich verhält, ist sie ihrem Frauchen oder Herrchen gegenüber anhänglich und verschmust. Außerdem ist sie sehr verspielt, oft bis ins hohe Alter.

Sie hat ein auffällig ruhiges Wesen und mag keinen Lärm. Deswegen ist sie schlecht geeignet für Familien mit kleinen Kindern. Auch wenn sie lieb zu Kindern ist und auch hier ihre angeborene Vorsicht walten lässt. Für eine allein lebende Person oder ein Paar eignet sie sich hingegen perfekt, auch wenn ihr viel zu tun habt. Denn die Russisch Blau ist sehr eigenständig und kann sich bis zu einem gewissen Grad gut selbst beschäftigen.

Sie gilt als überdurchschnittlich intelligent und auch geschickt. Mit etwas Übung kann sie Türen und Schränke öffnen und ist außerdem sehr sprunggewaltig, auch aus dem Stand. Wenn ihr euch eine Russisch Blau zulegen wollt, ist ein Kratzbaum in der Wohnung also unverzichtbar. Auch, weil die Katze hohe Plätze liebt, von denen aus sie das Geschehen in der Wohnung überblicken kann. Über Katzenspielzeug freut sie sich auch. Aber ihr braucht euch keine Sorgen zu machen, dass sie eure Wohnungseinrichtung zerdeppern könnte: Die Russisch Blau ist ein sehr vorsichtiges und einfühlsames Tier.

Russisch Blau Portraitfoto

Haltung und Pflege

Die Russisch Blau ist in der Pflege sehr unkompliziert. Da sie eine Naturrasse ist, ist sie gesundheitlich sehr robust und wenig anfällig für Krankheiten – und Erbkrankheiten für diese Rasse gibt es nicht. Natürlich ist es wie immer ratsam, für ein gesundes Kätzchen einen professionellen Züchter aufzusuchen. Mit dem Stammbaum, den ihr von ihm erhaltet, könnt ihr sichergehen, dass die Erblinie rein und vor allem gesund ist. Außerdem ist es wichtig, das Kätzchen regelmäßig impfen zu lassen, um es vor Infektions – und Viruserkrankungen zu schützen.

Die Russisch Blau ist von Natur aus sehr reinlich und verliert nur wenige Haare. Deswegen genügt es, einmal pro Woche ihr glänzendes Fell auszubürsten. Das entfernt ausgestorbene Haare und lässt sich ganz wunderbar mit Streicheleinheiten verbinden, die eure Katze lieben wird und ihr mit Sicherheit auch.  Tolle Tipps zur Fellpflege bei Katzen haben wir natürlich auch in einem Beitrag in unserem Katzenmagazin für euch. Folgt dafür einfach dem Link.  Da die Russisch Blau stark und gesund ist, erreicht sie oft ein hohes Alter. Ihr Durchschnittsalter beträgt 15 Jahre, aber auch 20 Jahre alte Russisch Blau sind keine Seltenheit.

Die Russisch Blau passt sich ihrem Umfeld schnell an und eignet sich daher sehr gut als Wohnungskatze. Dass sie sehr eigenständig ist, bedeutet allerdings nicht, dass sie gern lang allein wäre. Zwar ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass sie auf dumme Gedanken kommt, wenn ihr sie allein lasst. Aber sie ist ein sehr verspieltes und sensibles Tier und freut sich über Zuwendung. Falls ihr also vorhabt, eure Russisch Blau in der Wohnung zu halten, ist es ratsam, ihr eine Artgenossin als Spielgefährtin zur Seite zu stellen, damit sie sich nicht langweilt.

Die Russisch Blau – eine Katze für Allergiker

Eine weitere gute Nachricht zum Schluss: Aufgrund ihres Doppelfells, das sie von anderen Katzen unterscheidet, ist die Russisch Blau als hyperallergene Katze registriert, denn das kuschlige Fell hält die Mehrheit der Allergene in der Nähe der Haut zurück. Für Menschen mit einer leichten oder mittelschweren Katzenallergie ist die Russisch Blau also besser geeignet als andere Katzenrassen. Natürlich lässt sich eine allergische Reaktion nie hundertprozentig ausschließen. Am besten fragt ihr den Züchter eures Vertrauens, ob ihr die Katze, mit der ihr liebäugelt, öfter mal besuchen könnt. Dann könnt ihr sie streicheln, mit ihr schmusen und letztlich Gewissheit darüber erlangen, ob eurem Zusammensein wirklich nichts mehr im Wege steht.

Wenn ihr euch dann für die Russisch Blau entscheidet, gewinnt ihr eine nicht nur wunderschöne, sondern auch sehr verschmuste und intelligente Freundin fürs Leben.

 

Russisch Blau – die Aristokratin unter den Katzen
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