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Heute geht es um die beliebte Rassekatze Maine Coon. Sie stammt aus dem Nordosten der USA, genauer gesagt aus Maine, und wird auch „Amerikanische Waldkatze“ genannt. Tatsächlich zählt sie – zusammen mit der Norwegischen Waldkatze und der Sibirischen Katze – zu den Waldkatzen, die wiederum den natürlichen Rassen zugerechnet werden.

Die Maine Coon zeichnet sich aus durch ihr mittellanges Fell, ihren buschigen Schwanz und ihre stattliche Größe. Gerade die Kater können von der Nase bis zum Schwanz eine Länge von bis zu 1,20 Metern erreichen, und bei den Weibchen ist eine Länge von einem Meter keine Seltenheit. Vom Charakter her sind die Coonies, wie sie auch genannt werden, sehr intelligent, aufmerksam und gelehrig.

Wegen ihres lieben und anhänglichen Wesens wird die Maine Coon auch als „Hundekatze“ bezeichnet. Sie verhält sich nicht nur ihren Menschen, sondern auch ihren tierischen Mitbewohnern gegenüber sehr freundlich und verspielt und gilt als gute Hauskatze. Grund genug für uns, sie euch in diesem Beitrag etwas näher vorzustellen.

Maine Coon Steckbrief

Herkunft: Nordosten der USA

Größe: groß (ca. 1 Meter)

Gewicht: Katzen 4 bis 6,5 kg; Kater 5,5 bis 9 kg

Felllänge: halblang

Fellfarbe: alle Farben möglich

Augenfarbe: alle Farben möglich

Charakter: anhänglich, freundlich und verspielt

Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre

Pflegeaufwand: mittel

Preis: 350 bis 750 Euro

Herkunft und Geschichte der Maine Coon

Der genaue Ursprung der Maine Coon ist bis heute nicht geklärt. Fest steht, dass sie zu den ältesten natürlich vorkommenden Katzenrassen in Nordamerika gehört. Sie wird Mitte des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal erwähnt und im Jahr 1985 vom US-amerikanischen Bundesstaat Maine sogar zur offiziellen Staatskatze ernannt. Wo genau sie aber herkommt, weiß niemand so genau. Um ihre Herkunft ranken sich zahlreiche Legenden.

Den Staat Maine trägt die Maine Coon auch in ihrem Namen. Der zweite Teil, coon, ist kurz für racoon, zu deutsch Waschbär. Dieser Name geht auf den Mythos zurück, dass die Maine Coon aus der Verpaarung einer Katze mit einem Waschbär hervorgegangen sein soll. Tatsächlich erinnert der buschige Schwanz, das wuschelige Fell und auch die kräftige Statur der Katze an einen Waschbären – aber biologisch ist das natürlich unmöglich.

Manche Menschen gehen auch davon aus, dass sich die Maine Coon einfach an die kalten Winter in Neuengland angepasst und deswegen ein so dichtes Fell entwickelt hat. Eine solche evolutionäre Anpassung dauert aber für gewöhnlich wesentlich länger.

Main Coone Katze im Winter auf dem Arm ihres Menschen

Weitaus plausibler, wenn auch nicht so kreativ, ist die Theorie, dass wohlhabende Einwanderer in die USA ihre Hauskatzen mitgebracht haben, die sich dann mit den vor Ort bereits vorhandenen Katzen gepaart haben. Auch denkbar ist, dass die Coonies von Schiffskatzen abstammen, die damals so gut wie jedes Schiff zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen an Bord hatte.

Es ist sogar möglich, dass die Entwicklung der Maine Coon bereits mit den Wikingern begann. Auch Leif Eriksson, der als der erste Entdecker Amerikas gilt, soll Schiffskatzen gehabt haben. Für diese Theorie spräche zumindest, dass sich die unterschiedlichen Waldkatzen-Rassen tatsächlich sehr stark ähneln.

Wie dem auch sei – fest steht, dass die Coonies, wie die Maine Coon liebevoll auch genannt werden, sich schon sehr früh großer Beliebtheit erfreuten. Ab Mitte des 19. Jahrhunders traten sie auf Messen und den gerade neu erfundenen Katzenshows auf, wurden viel fotografiert und auch mit Preisen ausgezeichnet.

Dann gerieten sie in Vergessenheit. Mit dem Aufkommen anderer langhaariger Rassen wie zum Beispiel Perserkatzen rückten sie langsam in den Hintergrund. In den 1950er Jahren wurden sie sogar für ausgestorben erklärt, was sich jedoch schnell als Irrtum erwies. Immerhin führte dieser Irrtum zur Gründung des „Central Maine Cat Club“, der es sich zur Aufgabe machte, die Beliebtheit der Maine Coon wieder zu steigern. Mit Erfolg: Heute gilt die Maine Coon nach der Perserkatze und der Exotischen Kurzhaarkatze als die beliebteste Katzenrasse der USA.

Auch die großen Zuchtverbände haben die Maine Coon mittlerweile als eigenständige Katzenrasse anerkannt. Problematisch ist jedoch, dass die genetische Basis der Zucht extrem klein ist. Aus der bestehenden Population wurden nur fünf Tiere ausgewählt, um mit ihnen eine neue, genetisch abgeschlossene Katzenrasse zu begründen. Das heißt, dass es keine Maine Coon gibt, die nicht mindestens eines dieser Tiere zu ihren Vorfahren zählt.

Aussehen der Maine Coon

Die Maine Coon ist außergewöhnlich groß und schwer. Tatsächlich zählt sie zu den größten Katzenrassen der Welt. Die männlichen Tiere können vom Näschen bis zur Schwanzspitze eine Länge von 120 Zentimetern erreichen sowie eine Schulterhöhe von ganzen 40 Zentimetern; bei den weiblichen Tieren ist eine Körperlänge von einem Meter nicht ungewöhnlich. Allerdings dauert es zwischen drei und vier Jahren, bis eine Katze wirklich ausgewachsen ist.

Coonies haben einen langen Schwanz, lange Beine und einen großrahmigen, aber muskulösen Körperbau. Außerdem haben sie einen kantigen Kopfumriss. Eine Besonderheit sind die spitz zulaufenden Ohren, die durch ihre Büschel ein wenig an Luchsohren erinnern.

Ihr mittellanges, kuscheliges Fell mit Unterwolle ist wasserabweisend und dicht. Sowohl hier, als auch bei ihren großen, ausdrucksstarken Augen sind alle Farben möglich. Das Fell schützt gut gegen Wind, Kälte, Nässe und Schnee. Der buschige Schwanz bietet noch zusätzliche Wärme, vor allem wenn er zusammengerollt ist.

Auch zwischen den Zehen hat die Maine Coon Fellbüschel. Diese verhindern, dass sie im tiefen Schnee einsinken kann – der zumindest in Neuengland im Winter auch tatsächlich liegt. Auf ihre kräftigen Pfoten geht auch der Name „Schneeschuh-Katze“ zurück.

Eine weitere Besonderheit der Maine Coon ist ihre helle Stimme, die manchmal im Widerspruch zu ihrem kräftigen Körperbau zu stehen scheint. Coonies gurren und miauen gern und sind sowohl ihren Menschen, als auch ihren Artgenossen gegenüber sehr gesprächig.

Maine Coon getigert im PortraitDas sanfte Wesen der Maine Coon

Die Maine Coon gilt als ideale Familienkatze, denn aggressives Verhalten ist ihr fremd. Sie ist lieb und aufgeschlossen zu Kindern und zu anderen Tieren im Haushalt – auch zu Hunden. Außerdem verhält sie sich gesellig, umgänglich und freundlich und ist sehr auf ihre Menschen fixiert. Nicht nur wegen ihrer stattlichen Größe, sondern auch wegen dieser Wesenseigenheiten wird sie oft als „Hundekatze“ bezeichnet.

Mit Hunden hat sie außerdem gemeinsam, dass sie sehr anhänglich und verspielt ist. Sie ist sehr sozial und nicht gern allein, sie apportiert gut, und man kann auch mit ihr spazieren gehen. Manche Leute nehmen sie dafür an die Leine, aber sofern ihr nicht gerade befürchtet, dass sie von einem Auto überfahren werden könnte, kommt eure Katze auch gut ohne Leine zurecht.

Coonies sind auch sehr geschickt. Oft könnt ihr beobachten, wie sie ihr Futter zuerst mit der Pfote aufnehmen, bevor sie es verspeisen. Sie können gut mit ihren Pfötchen umgehen und lernen schnell, Türen und auch Wasserhähne zu öffnen – das solltet ihr im Hinterkopf behalten, wenn ihr euch eine Maine Coon zulegen wollt. Überhaupt lieben Coonies den Schnee und das Wasser, ganz im Gegensatz zu manch anderer Katzenrasse. Sie spielen gern damit und manche schwimmen sogar.

Haltung

Coonies gelten als genügsam, anspruchslos und als gute Wohnungskatzen. Früher waren sie „working cats“, also aktive Mausefänger, und sie gelten als begabte Jäger. Schließlich ist ihre natürliche Umgebung der Wald, und auch heute noch sind sie am besten für das Leben in ländlichen Gegenden geeignet. Dennoch müssen sie nicht unbedingt Freigänger sein. Wenn ihr sie als Wohnungskatze halten wollt, freuen sie sich über einen katzengesicherten Garten oder Balkon, von wo aus sie die Natur beobachten und auch aktiv erkunden können. Freigänger gehen auch gern in den Wald.

Da die Maine Coon ein sehr soziales Wesen besitzt, ist es empfehlenswert, sich gleich zwei Katzen zuzulegen. Auch größere Gruppen sind möglich. Außerdem gilt sie als sehr menschenbezogen und verschmust. Achtet darauf, dass ihr viel mit ihr spielt – am besten jeden Tag.

Die Maine Coon ist intelligent und beobachtet ihren Menschen aufmerksam. Deswegen lässt sie sich auch gut erziehen und hält sich gut an Regeln. Mit etwas Unterstützung wird sie schnell stubenrein. Bitte achtet darauf, dass das Katzenklo groß genug ist für die große und schwere Maine Coon.

Auch der Kratzbaum sollte eine gewisse Größe aufweisen. Hier kann sich eure Katze die Krallen wetzen, und das ist in jedem Fall besser, als wenn sie das an euren Möbeln tut.

Fütterung

Die Fütterung verläuft in der Regel problemlos. Wichtig ist, dass ihr qualitativ hochwertiges Futter zu fressen gebt, das durchaus selbstgemacht sein kann. Leider haben Coonies einen leichten Hang zum Übergewicht. Wenn ihr bemerkt, dass eure Katze langsam zu dick wird, hilft es, das Futter zu rationieren. Füttert am besten zwei bis drei kleinere Portionen über den Tag verteilt.

Coonies lieben Wasser. Es sollte immer ausreichend und frisch zur Verfügung stehen. Falls eure Katze zum Trinken motiviert werden muss, hilft ein Katzenbrunnen.

Pflege

Auch die Pflege eurer Coonies hält sich in Grenzen. Es ist wichtig, dass ihr ihr schönes langes Fell regelmäßig bürstet, um abgestoßene Haare zu entfernen – aber das lässt sich bestens mit einem Schmuseritual verbinden, an dem ihr beide eure Freude habt.

Am besten bürstet ihr sie alle zwei bis drei Tage. Im Frühling und im Herbst ist es sogar empfehlenswert, das Fell jeden Tag zu pflegen. Denn wenn die Temperaturen sich verändern, findet auch ein Fellwechsel statt: Das alte Fell wird abgestoßen und muss entfernt werden, damit das neue Fell schön und seidig nachwachsen kann. Wenn die alten, losen Haare nicht entfernt werden, verfilzen sie schnell, und das kann Hautirritationen zur Folge haben. Natürlich übernehmen die Katzen selbst den Großteil ihrer Fellpflege, aber das regelmäßige Bürsten hat – neben den Streicheleinheiten – den Vorteil, dass ihr sofort merkt, wenn etwas nicht stimmt. Falls eure Katze Zecken, Wunden oder Ekzeme hat, könnt ihr so schnellstmöglich Gegenmaßnahmen einleiten.

Erbkrankheiten

Im Regelfall ist die Maine Coon eine sehr robuste Katze, und das nicht nur körperlich, sondern auch gesundheitlich. Da aber alle heute lebenden Maine Coon auf nur fünf Vorfahren zurückgehen, ist es leider möglich, dass sich bei eurem Liebling Erbkrankheiten zeigen. Diese stellen wir euch im Folgenden etwas näher vor, damit ihr wisst, worauf ihr achten müsst.

Hüftgelenkdysplasie (HD)

Typisch für die große und schwere Maine Coon ist beispielsweise die Hüftgelenkdysplasie (HD), ein erblicher Defekt der Gelenkpfanne des Hüftgelenks. Dieser wird mit Hilfe von Röntgenaufnahmen diagnostiziert – es empfiehlt sich, dass ihr eure Katze darauf testen lasst. Erste Anzeichen sind wenig Lust, sich zu bewegen oder zu springen; später kann ein Humpeln dazukommen.

Leider ist diese Krankheit nicht heilbar, aber ihr könnt trotzdem einiges tun, um eurer Katze ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Es gibt medikamentöse Therapien, und auch Operationen sind möglich.

Hypertrophe Cardiomyopathie (HCM)

Eine zweite typische Erbkrankheit ist die Hypertrophe Cardiomyopathie (HCM), eine Herzkrankheit. Hierbei kommt es zu einer Verdickung der Herzwände, die dann in der Regel Thrombosen und schließlich Herzversagen nach sich zieht.

Diese Krankheit wird oft erst ab dem vierten Lebensjahr festgestellt – es gibt also leider keine Garantie, dass euer gesundes Kitten auch gesund bleibt. Erste Symptome sind Lähmungen, verringerter Appetit und Atemnot. Leider ist auch diese Krankheit nicht heilbar, aber auch hier könnt ihr eurer Katze Medikamente verabreichen, damit ihr restliches Leben möglichst angenehm verläuft.

Polyzystisches Syndrom (PKD)

Coonies sind ebenfalls anfällig für Zysten in den Nieren. Die Krankheit heißt Polyzystisches Syndrom oder Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) und kann mittels Ultraschall-Untersuchung festgestellt werden. Erste Symptome sind Erbrechen, Appetitlosigkeit und vermehrter Durst eures Lieblings.

Auch PKD verläuft tödlich, da sich die Zysten im Laufe der Zeit vergrößern und schließlich zu Nierenversagen führen. Durch spezielle Diätkost und Infusionen ist es allerdings möglich, das tödliche Ende dieser Krankheit hinauszuzögern.

Spinale Muskelatrophie (SMA)

Eine weitere Erbkrankheit ist die Spinale Muskelatrophie (SMA). Hierbei handelt es sich um eine Störung bei der Weiterleitung von Nervenreizen – die Tiere können ihre Hinterbeine nicht mehr richtig bewegen und sind dadurch stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Ihr erkennt die Krankheit daran, dass das Kitten beim Gehen schwankt. Auch SMA schränkt die Lebenserwartung eurer Maine Coon stark ein.

Polydaktylie

Nicht im strengen Sinne eine Krankheit, wohl aber auf die langjährige Inzucht zurückzuführen ist die sogenannte Polydaktylie: Es gibt Coonies, die zu viele Zehen an den Pfoten aufweisen. Dieser Gendefekt ist nach dem ist nach dem Maine Coon Standard zwar erlaubt, aber in Deutschland sind diese Tiere aufgrund des Qualzucht-Paragraphen im Tierschutzgesetz nicht nur Zucht zugelassen.

Ob die Überzähligkeit der Zehen allerdings tatsächlich einen Nachteil für die Tiere darstellt, ist umstritten. Für sehr aktive Katzen kann sie auch von Vorteil sein, denn sie verbessert die Balance und die Kletterfähigkeiten.

Main Coon Babykatzen

Worauf muss ich achten, wenn ich mir eine Maine Coon kaufen will?

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer gesunden Maine Coon liegt bei 12 bis 15 Jahren, die durch Erbkrankheiten jedoch drastisch verkürzt werden kann. Natürlich ist es möglich, dass ihr euch euren neuen Schatz im Tierheim holt. Aber wenn ihr wirklich sichergehen wollt, empfehlen wir euch, einen seriösen Züchter aufzusuchen.

Seht euch den Stammbaum eures neuen Lieblings genau an. Kein Vorfahr sollte öfter als einmal vorkommen, sonst ist die Gefahr einer durch Inzucht erworbenen Krankheit einfach zu hoch. Glücklicherweise gibt es Gentests, mit deren Hilfe man die typischen Erbkrankheiten ausschließen kann. Achtet darauf, dass nicht nur euer Kitten, sondern auch dessen Eltern negativ auf diese Krankheiten getestet wurden.

Natürlich ist es auch wichtig, zu überprüfen, ob die Eltern in guten Verhältnissen aufgewachsen sind. Ist es sauber? Sind die Tiere gut an die dort lebenden Menschen angebunden? Außerdem sollte euer Kitten natürlich entwurmt sein.

Wenn all diese Fragen geklärt sind, steht einer langen Freundschaft zwischen euch und eurer Maine Coon nichts mehr im Wege.

Maine Coon – die sanften Riesen im Portrait
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