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Der Labrador Retriever oder nur Labrador oder ganz kurz und liebevoll einfach Labbi genannt, ist eine der beliebtesten Hunderassen der Welt. In Deutschland stand der treue und ruhige Hund im Jahr 2016 auf dem vierten Platz der Welpenstatistik des Verbands für das deutsche Hundewesen. Labradore sind besonders beliebt als Familienhund, sind treu und sehr lieb. Natürlich wollen wir diesem Hund auch ein Rassehund-Portrait widmen und euch mehr über die Merkmale, seine Herkunft und sein Wesen erzählen.

Labrador Retriever – Steckbrief

Herkunft: Großbritannien

andere Namen: Labrador, Labbi

Größe/Widerristhöhe: 54 bis 57 Zentimeter

Gewicht: 25 bis 36 Kilogramm

Lebenserwartung: 11 bis 13 Jahre

Fellfarben: blond, schokobraun, schwarz

Charakter: freundlich, gutmütig, aktiv, gehorsam

Pflegeaufwand: gering, aber braucht viel Auslauf

Preis: ca. 1000 Euro als Welpe

Labrador Retriever – Herkunft und Geschichte

Der Labrador Retriever stammt eigentlich aus Neufundland. Auch der Neufundländer und der Landseer kommen von dort. Der sanfte Rassehund ist nach der Halbinsel Labrador benannt. Es gibt verschiedene Geschichten über die ursprüngliche Herkunft des Labradors. Der Labrador wird seit 1814 vom Neufundländer unterschieden. Im Laufe seiner Züchtung im England des 19. Jahrhunderts wurde dann die Bezeichnung Labrador Retriever eingeführt. 1870 nutzte man diesen Namen erstmals. Der Zusatz Retriever kommt vom englischen retrieve, also dem Apportieren, was der Labbi einfach hervorragend konnte.

Der Labrador ist etwas kleiner, leichter und filigraner als der Neufundländer und wurde zum Helfer bei der Jagd und beim Fischen. Die Züchtungen in England hatten als reines Ziel die jagdliche Leistungsfähigkeit des wasserliebenden Hundes. Allerdings fanden sie nur wenige Besitzer und starben um 1870 fast aus. Wahrscheinlich gehen alle heutigen Labrador Retriever sogar auf einen einzigen Vertreter seiner Rasse, auf Avon zurück.

Labradore waren ursprünglich ausschließlich schwarz. Blonde bzw. gelbe Hunde wurden als Fehlzüchtungen angesehen. Erst im Jahr 1899 wurde der Labrador Ben of Hyde mit seiner Farbe anerkannt. Die Farbe wird nur rezessiv vererbt, deswegen wurde sie erst später als akzeptable Farbe in den Rassestandards anerkannt. Der englische Kennel Club war es, der die Labradore als eigenständige Hunderasse im Jahr 1903 anerkannte .Der Hund wurde immer populärer und es entwickelten sich zwei Linien in der Züchtung, die wir in den Rassemerkmalen erläutern. Die heute so oft vorkommenden braunen Labrador Retriever wurden erst 1961 und 1964 anhand zweier Hunde anerkannt.

Die Rassemerkmale vom Labrador

Der Labrador Retriever ist schon von klein auf sehr stämmig und kräftig. Er wird mit einer ungefähren Widerristhöhe von 54 bis 57 Zentimetern ziemlich groß und zählt somit zu den großen Hunderassen. Hündinnen werden zwischen 54 und 56 Zentimetern groß und die männlichen Vertreter mit 56 bis 57 Zentimetern etwas größer. Laut Rassebeschreibung sind aber einige Zentimeter Toleranz in Ordnung. Die Kiefer sind sehr breit und kräftig, damit die als Jagdhunde genutzten Labrador Retriever ihre Beute gut im Maul transportieren können. Die Fellfarben variieren von Blond und Fuchsrot über Schokobraun bis zum Schwarz. Ihr Fell ist kurz und dicht und hat eine wasserabweisende Unterwolle. Das passt perfekt, denn der Labbi liebt Wasser. Das besondere rassetypische Merkmal ist seine Rute. Sie wird auch Otterrute genannt, weil sie sehr dick am Ansatz ist und dann zur Rutenspitze hin verjüngt.

Offiziell gibt es nur einen Labrador, aber es existieren zwei Linien in der Züchtung: die Arbeitslinie und die Showlinie.

Arbeitslinie

In der Arbeitslinie verpaaren die Züchter zumeist sehr sportliche Labradore. Sie sind etwas kleiner und von feinerer Statur und eignen sich daher besonders gut für den Einsatz als Jagdhunde oder für Wettkämpfe im Jagdhundesport. Die Linie wird auch als Field- Trial-Linie bezeichnet.

Showlinie

In der Showlinie oder klassischen Linie finden wir dann den beliebten Familienhund Labbi, der nicht ganz so sportlich sein muss. Das Zuchtziel Show ist dabei ein bisschen irreführend, denn es geht primär hier nicht ums Aussehen oder die Schönheit. Diese Linie ist einfach nur etwas ruhigeren Gemütes und eignet sich dadurch besser als Familienhund und als treuer Begleiter des Menschen außerhalb von Jagd und Sport.

Blonder Labrador unter Wasser

Der Labrador Retriever – Charakter und Wesen

Der Labrador ist besonders ausgeglichen und ruhig in seinem Wesen. Er ist kinderlieb und somit sehr familienfreundlich. Der intelligente Hund lernt schnell, kann hervorragend apportieren und liebt es, dafür ins Wasser zu rennen und dort ausgiebig zu toben. Er ist ein aufmerksamer Begleiter, folgt seinem Frauchen oder Herrchen überall hin. Der Labbi ist ein sehr sensibler Hund, aber dennoch überhaupt nicht scheu oder ängstlich, geschweige denn aggressiv. Der Labrador Retriever ist zwar sehr aufmerksam, ausdauern und neugierig, aber zum Wachhund taugt er eher weniger. Dafür ist er viel zu freundlich und menschenlieb. Seine Geduld und Arbeitsbereitschaft steckt ihm durch die Züchtung zum Jagdhund in den Knochen und macht ihn zu einem treuen Begleiter auf allen Wegen.

Der tolle, sehr intelligente Hund braucht viel Bewegung und sollte immer sinnvoll beschäftigt werden, damit er auch gesund bleibt und sich nicht langweilt. Der Labbi will seinem Menschen gefallen, weswegen er sehr gut hört, lernt und sich leicht lenken lässt.

Pflege und Haltung des Labrador Retriever

Richtig schwierig ist die Haltung und Pflege des Labradors nicht, denn er will gefallen und ist sehr umgänglich. Doch er ist ursprünglich eben ein Jagdhund und braucht deswegen angemessenen Auslauf und Bewegung. Er will beschäftigt werden und das auf einem Niveau, sodass ihm nicht langweilig wird. Er ist ausgesprochen intelligent und liebt Lernspiele oder natürlich Apportierspiele jeglicher Art. Da er das Wasser so sehr liebt, sind Ausflüge an Seen und Gewässer  für ihn ein Highlight. Gibt es keinen See, ist kein Tümpel und keine Pfütze vor ihm sicher.

Erziehung

Wir erwähnten schon, dass der Labrador sehr lernwillig ist, sich leicht führen lässt und seinem Menschen gefallen möchte. Der Engländer nennt dies „will to please“. Er lässt sich also gern und bereitwillig erziehen, hört aufs Wort und eignet sich daher auch gut für eine Hundesportart. Agility Training oder Dummytraining sind ideal für den Labrador Retriever. Auch eine Ausbildung absolviert er richtig gerne. Nicht umsonst sind viele Labradore auch sehr gute Such- und Rettungshunde oder werden als Therapiehund eingesetzt.

Ernährung

Labradore fressen gern, viel und eigentlich auch alles. Deswegen müsst ihr höllisch aufpassen, dass euer Liebling nicht an Übergewicht leidet. Achtet darauf, dass er sich viel bewegt und wirklich nur soviel Futter bekommt, wie er benötigt. Zu viele Leckereien sind absolut verboten. Achtet beim Kauf des Hundefutters darauf, dass der Hauptbestandteil Fleisch ist und nur sehr wenige oder gar keine Füllstoffe, Farb- und Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker enthalten sind.

Fellpflege

Das Fell ist sehr dicht, kurz und glänzt superschön. Ihr solltet euren Hund zweimal wöchentlich bürsten. Dadurch wird die Durchblutung angeregt und die Unterwolle entfernt. Außerdem erkennt ihr beim regelmäßigen Bürsten, ob der Labrador Hautreizungen, Wunden oder kleine Schwellungen hat. Und natürlich findet ihr so Parasiten wie Zecken. Habt ihr welche gefunden, dann solltet ihr sie entfernen und /oder vorher Masßnahmen gegen Zecken ergreifen. Welche das sein können, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag Welche Zeckenmittel für Hunde gibt es?

Nase eines braunen Labrador Retrievers

Krankheiten und Anfälligkeiten beim Labrador Retriever

Ein Labrador kann bis 13 Jahre und sicherlich auch älter werden. Als recht große Hunde sind sie den typischen Krankheiten wie Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie ausgesetzt. Besonders anfällige Hunde werden aber schon in der Züchtung untersucht und von dieser ausgeklammert. Auch verschiedene Augenkrankheiten treten neben den Skelettkrankheiten auf. Retinadysplasie, Tarakt und Progressive Retinaatrophie sind erblich bedingt und werden oft schon bei den Welpen erkannt. Weitere vererbbare Krankheiten sind die Muskelerkrankung Labrador-Myopathie und die Fibrinoide Leukodystopie. Sie treten leicht überdurchschnittlich häufiger auf als bei anderen Rassehunden, werden aber spätestens im Welpenalter schon erkannt.

Einen Labrador kaufen

Wenn ihr euch einen Labrador Retriever kaufen wollt, dann sollten eure Lebensumstände schon zu dem Hund passen. Seid ihr eine Couch-Kartoffel, dann seht euch lieber nach einem anderen Haustier um. Außerdem solltet ihr natürlich wie bei jedem Hundekauf vorab klären, ob alle Familienmitglieder und der Vermieter damit einverstanden sind. Ihr braucht Zeit für Spaziergänge und Ausflüge und es sollten Personen für den Hund da sein können, wenn ihr ewig lange arbeitet und nicht zu Hause seid. Zu guter Letzt müsst ihr euch die Haltung eines Labradors auch leisten können. Er braucht Futter, Spielzeug, Beschäftigung und natürlich fallen auch Tierarztkosten für laufende Untersuchungen, etwaige Operationen und natürlich die Impfungen für den Hund an.

Wenn ihr einen Labrador kaufen wollt, achtet auf einen guten Züchter und schaut euch den Hund genau an. Sind die Labrador-Welpen ängstlich oder aggressiv, lasst die Finger von ihnen. Die Welpen sollten keine anderen physischen Abnormitäten wie krumme Beine, zu dünne Beine oder einen sehr feinen Körperbau haben. Auch die Welpen sind schon äußerst kräftig, mit breitem Kopf und wachen Augen. Über den Rassestandard des Labrador Retrievers könnt ihr euch bei der Federation Cynologique Internationale informieren.

Labrador Züchter

Wir haben auch noch ein schönes Video von Mister Pet TV gefunden, welches den Labrador Retriever noch einmal in Bild und Wort vorstellt.

 

Labrador Retriever – der sensible Arbeits- und Familienhund
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