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Sicher habt ihr schon einmal von Katzenminze gehört oder habt eh schon das ein oder andere Spielzeug mit der Pflanze, der unsere Stubentiger einfach nicht widerstehen können. Häufig liegt auch dem Kratzbaum oder dem Katzenspielzeug eine Tüte Catnip, wie es im Englischen heißt, bei. Die meisten Katzen stehen total auf das Katzenkraut, weswegen es ja auch zu seinem Namen kam. Doch warum eigentlich und ist das nicht schädlich für die Katzen? Wir haben uns die Katzendroge einmal angesehen und wollen euch in diesem Artikel darüber informieren, was Katzenminze eigentlich ist, wie sie wirkt, warum sie nicht bei allen Katzen Wirkung zeigt und manche Katzen sogar aggressiv davon werden. Aber natürlich verraten wir euch auch ein paar Sachen, bei denen ihr die Katzenminze gezielt einsetzen könnt.

Was ist Katzenminze?

Der botanische Name ist Nepeta cataria. Die Pflanze gehört zu den Lippenblütlern. Sie ist eigentlich in Nordafrika beheimatet und verbreitete sich im Laufe der Zeit über das Mittelmeergebiet nach Europa und dann auch nach Nordamerika. Die Staude steht in meistens in Parks und Gärten, kommt aber auch verwildert an Wegesrändern, an Hecken und sogar Schrottplätzen vor. Bis zu einer Höhe von 900 Metern gedeiht die nach Zitronen und Minze riechende Pflanze mit den weißen bis hellblauen Blüten.

Die Pflanze zieht geschlechtsreife Katzen, egal ob kastriert oder unkastriert, magisch an. Sie reiben sich daran, belecken sie und fressen sie manchmal sogar. Zwei Wirkungen der katzenminze auf die Samtpfoten sind dabei meist typisch: entweder wirkt die Pflanze extrem beruhigend oder berauschend auf die Katzen. Ihr habt das vielleicht schon einmal gesehen, wie eure Katze reagiert, wenn sie mit dem Kraut in Berührung kommt oder es auch nur riecht. Die Bandbreite der Reaktion ist enorm. Manche Katzen liegen dann apathisch herum und sind gar nicht ansprechbar, andere wiederum zittern und speicheln, ein weiterer Teil spielt einfach euphorisch oder schmust wie verrückt. Da unterscheiden sich übrigens unsere kleinen Haustiger nicht von den Großkatzen. Diese reagieren ganz genauso!

Rote Katze unter dem Einfluss von Katzenminze

Warum lieben Katzen Katzenminze?

Ganz geklärt ist es noch nicht, warum das Kraut solch eine massive Wirkung auf Katzen hat. Höchstwahrscheinlich ist es Actinidin, ein Stoff, ähnlich dem Pheromon Nepetalacton, den auch rollige Katzen mit dem Urin ausscheiden. Das mag auch der Grund sein, warum meist Kater viel häufiger und stärker auf die Katzenminze reagieren. Die Reaktionen, so unterschiedlich sie auch sind, dauern meist zwischen 5 und 30 Minuten an. Danach ist der „Spuk“ vorbei und die Katzen reagieren auch eine Weile gar nicht auf den Stoff. Die Echte Katzenminze mit den weißen Blüten ruft im Übrigen eine stärkere Wirkung hervor als die blaublütige Pflanze.

Wirkt Katzenminze bei allen Katzen?

Die berauschende Pflanze wirkt allerdings nicht bei allen Katzen. Babykatzen und ältere Tiere reagieren meist überhaupt nicht darauf. Die Katzen müssen geschlechtsreif sein, sonst sprechen sie auf das Pheromon nicht an. Außerdem wirkt die Katzenminze auch nur bei rund der Hälfte der Vierbeiner. Wieso das so ist, hat man noch nicht herausgefunden. Es scheint aber genetisch bedingt zu sein. Der Hang zu dem Kraut ist also vererbt. Den Geruch können Katzen noch in einer Verdünnung von 1 zu einer Milliarde reichen. Er wird über das Jacobson-Organ (Jacobsche Organ) aufgenommen.

Ist Katzenminze schädlich?

Katzenminze ist, auch wenn die Reaktionen, die die Katzen darauf zeigen, denen von Menschen auf einem LSD-Trip ähnlich sein sollen, nicht schädlich. Allerdings solltet ihr bewusst mit dem Kraut umgehen, denn die Katzen können sich nicht für oder gegen das Kraut entscheiden. Außerdem ist der Geruch sehr stark, so dass es für die Katzen unangenehm ist, diesen tagtäglich in hoher Konzentration um sich zu haben. Dauerhaft Katzenminze über all in der Wohnung oder sogar auf dem Schlafplatz der Mieze kann die Katze dazu bringen, ihre Geruchswelt wieder in Ordnung bringen zu wollen. Sie fängt an, mit Urin in der Wohnung zu markieren. Das ist sicherlich nicht in eurem Sinne. Setzt also auch Spielzeug lieber sparsam ein und stellt es nicht dauerhaft zur Verfügung.

Reagiert eure Katze besonders stark auf die Katzenminze, zerreißt das Spielzeug etwa zu rabiat und wird regelgerecht aggressiv, dann ist die Wirkung etwas zu stark und ihr solltet lieber darauf verzichten. Frisst eure Katze recht viel von dem Kraut, dann kann es zu leichten Magen-Darm-Problemen kommen.

Katze riecht an Catnip

Wann kann man Katzenminze einsetzen?

Wir haben es ja schon kurz angerissen, dass die Katzen der Minze nicht alltäglich und überall ausgesetzt werden sollten. Macht euch die Wirkung des Krauts doch lieber zunutze. Das Wichtigste dafür ist natürlich, dass eure Katze auch auf das grüne Kraut reagiert. Das könnt ihr ja recht schnell austesten. Spricht eurer Stubentiger auf den Geruch an, so kann er sehr nützlich sein.

Dinge mit Katzenminze interessanter machen

Macht unattraktives Spielzeug wieder interessant, indem ihr etwas Spray aufbringt oder setzt die Minze am Kratzbaum ein, wenn eure Katze lieber an der Couch oder an der Tapete kratzt. Es funktioniert nicht immer, aber einen Versuch ist es allemal wert. Bei mir war es leider so, dass die Katze wunderbar auf die Katzenminze ansprach, aber der Kater derjenige war, den die Leder-Couch mehr interessiert hat als der Kratzbaum und das Kratzbrett. Keine Chance, ihn mit dem Kraut zu überzeugen 🙁 Was aber wiederum bei der Katze, die leider sehr oft zum Tierarzt musste, wunderbar funktioniert hat, war, ihr mit Catnip die Angst vor der Transportbox etwas zu nehmen. Ja ok, eigentlich habe ich sie ausgetrickst, aber es war zu ihrem Wohl.

Katzenminze zur Beruhigung einsetzen

Wie schon erwähnt, wirkt Catnip auf manche Katzen extrem beruhigend. Bei diesen macht der Einsatz von Katzenminze in Stress-Situationen wie an Silvester, beim Reisen oder bei Kabbeleien mit dem Mitbewohner (also der oder den anderen Katzen, nicht mit euch) durchaus Sinn. Aber auch bei Katzen, die Extremkuschler werden oder wild durch die Gegend Springen und sich Wälzen, hilft die Katzenminze. Sie werden abgelenkt und nach ihrem „Trip“ sind sie eine ganze Weile entspannt. Aber ich bitte euch noch einmal eindringlichst: Wendet die Katzenminze wirklich nur ab und an an!

Wo kann ich Katzenminze kaufen?

Katzenminze bekommt ihr im Fachhandel. Dort wird sie meist in zwei Formen angeboten: flüssig als Spray oder Tropen oder getrocknet und geschnitten. In flüssiger Form könnt ihr sie ganz einfach verwenden und auf Spielzeuge, Kratzbäume, in die Nähe der Katzentoilette oder auf die Transportbox sprühen. Getrocknet ist sie oft schon in Spielzeugen enthalten oder ihr könnt sie zum Beispiel in ein Kissen einnähen. Die meisten Katzen schmusen und spielen gern mit kleinen oder größeren Kissen. Auch mit den Kissen könnt ihr dann ja eure Katze zu erwünschten Orten locken.

Katzenminze selbst anbauen

Natürlich könnt ihr Katzenminze auch selber anbauen. Das geht im Garten und auch im Topf oder Kasten. Die Pflanze wächst allerdings wirklich langsam und ihr braucht schon ein bisschen Geduld, ehe ihr die Blätter dann trocknen könnt. Die Pflanze wird zwischen 50 und 100 Zentimetern hoch und sollte vor der Ernte ihre Minimalgröße erreicht haben. Wenn ihr euch nun entscheidet, solch eine Pflanze heranzuzüchten, die ja sehr groß wird, dann könnt ihr deren Wirkung auch gleich für euch selbst noch nutzen. Als Tee wirkt die Katzenminze nämlich auch auf uns Menschen. Sie wurde schon früher gegen Erkältungen und Fieber verwendet, denn die ätherischen Öle in ihr wirken gut gegen Krämpfe und sind entgiftend. Unterstützend bei einer Bronchitis schadet das Kraut auch nicht.

Jetzt habt ihr aber auch genug gelesen. Es wird Zeit, die Katzenminze einmal in der Praxis anzuwenden. Testet doch gleich einmal, ob und wie eure Stubentiger reagieren. Oder habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Dann schreibt es uns in die Kommentare. Wir sind wirklich neugierig!

 

Katzenminze – Warum Katzen die Pflanze so lieben
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