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Ihr kennt das sicherlich: Ein Husten, ein Würgen, noch ein Würgen und schon liegt der unansehnliche Haarballen in Form eines klatschnassen Fleckes auf dem Teppich, der Couch oder an allen möglichen anderen Stellen der Wohnung. Am besten ist er noch giftgrün, durchzogen mit den leckeren Resten von Katzengras. Jetzt sind wieder einmal beste Kenntnisse in der Kunst des Fleckenentfernens gefragt. Wenn doch wenigstens nicht auch noch das Gras wäre! Aber Katzengras ist gut für Katzen, oder nicht? Wir wollen uns einmal ansehen, warum man Katzen Katzengras geben soll, welche Arten von Katzengras sich am besten eignen und wie man Katzengras pflegen kann, damit es auch lange hält und nicht, wie meist unseres, nach ein paar Tagen schon wieder entsorgt werden muss.

Warum erbricht meine Katze Haarballen?

Katzen betreiben bekanntlich eine ausgiebige Fellpflege, putzen sich sorgfältig, wann immer und wo immer es geht. Beim Lecken mit der rauen Zunge über das Katzenfell nehmen sie Haare mit auf. Sie verschlucken mal mehr und mal weniger davon. Gerade in der Zeit des Fellwechsels, also zweimal im Jahr, gelangen unglaublich viele Haare in den Verdauungstrakt der Katzen. Und die wollen und müssen auch wieder heraus!

Sind Haarballen für meine Katze gefährlich?

Zu viele dieser Haare kann der Magen der Katze nicht verdauen und es bilden sich Haarballen im Darm. Das kann sogar richtig gefährlich werden, denn es führt mitunter zu Verstopfungen und Störungen der Verdauung. Haarballen im Verdauungstrakt können also zu einer Einschränkung der Magentätigkeit führen, aber auch zu Schleimhautveränderungen, einer Blockierung des Magenausgangs und sogar zu einem Darmverschluss.

Katzengras – Hilfsmittel für die Katze oder überflüssig?

Katzen, wie viele andere Fleischfresser, benötigen in kleinen Mengen pflanzliche Nahrung, um wichtige Nährstoffe zuzuführen. Katzengras ist da genau das Richtige, um vor allem einer Wohnungskatze die Möglichkeit der Aufnahme pflanzlicher Bestandteile zu geben. Es wird vermutet, dass die pflanzlichen Bestandteile es der Katze erleichtern die unabsichtlich gefutterten Haare wieder auszuscheiden. Das kann auf zweierlei Weise erfolgen: hinten raus oder eben, wie oben beschrieben, durch Erbrechen. Das Gras bindet die Haare im Magen und fördert den Würgereiz. Die Annahme liegt wirklich nahe, wenn wir an unsere Flecke auf dem Teppich denken, die oftmals das gerade frisch gefressene saftige Gras unverdaut mit enthalten.

Katzengras regt die Verdauung an

Freigänger holen sich ihre pflanzliche Nahrung einfach auf ihren Streifzügen aus der Natur. Unsere Wohnungskatzen hingegen knabbern häufig an Grünpflanzen. Ja, auch, wenn ihr denkt: meine tut das nicht! Sie tut es sicherlich, wenn sie nicht über ein hochwertiges Katzenfutter genug pflanzliche Inhaltsstoffe aufnimmt. Ihr seht es nur nicht immer. Wer solch einen Knabberer hat, wird das seinen pflanzen ansehen, manche werden sogar richtig zerstört. Doch das ist noch das geringste Ärgernis. Viele Grünpflanzen sind giftig für Katzen und schon aus diesem Grund solltet ihr eurem Liebling einen geeigneten Ersatz für die Zimmerpflanzen bereitstellen. Katzengras ist dafür quasi gemacht und regt auf natürliche Weise, ohne, dass eure Katze oder die Pflanzen, Schaden nehmen.

Katzengras beugt Blutarmut vor

Ein Inhaltsstoff von Gras oder anderen pflanzlichen Bestandteilen wird sehr häufig besonders hervorgehoben – die Folsäure. Sie kann mit der tierischen Nahrung nicht aufgenommen werden, unterstützt aber die Blutbildung in einem nicht unbeachtlichen Maße. Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, dessen Mangel im Katzenkörper zu einer Beeinträchtigung des Wachstums und zur Blutarmut führen kann.

Beide Funktionen der pflanzlichen Nährstoffe, die eure Katze so dringend braucht, sind in einem guten, hochwertigem Futter enthalten. Es schadet allerdings nicht, dem Vierbeiner Katzengras bereitzustellen. So können sie ihren natürlichen Trieben nachgehen und knabbern, nehmen dabei wichtige Nährstoffe auf, unterstützen die Verdauung und haben eine Beschäftigung, die gesund ist und anderen Mitbewohnern, wie unseren geliebten Zimmerpflanzen, nicht schadet.

Katze frisst Katzengras

Sorten von Katzengras – Empfehlungen

Katzengras gibt es im Handel schon fix und fertig als Saatgut oder meist in fertigen Saatschalen oder auch im Topf. Katzengras ist aber nicht nur einfach eine Sorte eines speziellen Grases, sondern meist eine Mischung verschiedener Gräser. Die fertigen Schalen sind meist mit einer Mischung aus Hafer-, Weizen- und Gerstesamen bestückt. Weitere oft genutzte Sorten sind Zyperngras oder Grünlilie. Gerade das Zyperngras, welches gern für die Katzen genutzt wird, ist aber im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen.

  • Zyperngras ist äußerst scharfkantig und kann zu Verletzungen im Magen und im Hals der Katze führen. Im schlimmsten falle kann dies sogar zum Tod eures Lieblings führen. Hat eure Katze Zyperngras gefressen und ist danach auffällig schlapp, niest, reibt sich die Nase und frisst auch nicht mehr, dann solltet ihr auf dem schnellsten Wege einen Tierarzt aufsuchen. Es kann durchaus sein, dass sich solch ein scharfkantiger Halm verhakt hat und eure Katze innere Blutungen hat.
  • Grünlilien haben sehr viele Pflanzenfreunde in der Wohnung stehen. Sie sind ja auch überaus dekorativ. Katzen knabbern sehr gern an diesem Katzengras, aber das ist nicht immer ungefährlich! Grünlilien nehmen besonders viele Schadstoffe auf, was einem gesunden Raumklima sehr förderlich ist. Doch fressen nun eure Stubentiger davon, dann nehmen sie diese ungefiltert zu sich. Stellt euch zum Beispiel einen Raucherhaushalt vor, in dem die Grünlilie Unmengen Nikotin in sich speichert. Die Katzen nehmen dieses für sie möglicherweise tödlich wirkende Nervengift durch das Knabbern an der Pflanze auf.

Eine weitere tolle Knabberpflanze ist das Kriechende Schönpolster. Es wird meist als Nagerfutter angeboten, ist aber auch für Katzen optimal.

Katzengras kaufen- worauf sollte man achten?

Beim Katzengras kaufen solltet ihr darauf achten, dass die Anzuchtschalen oder Töpfe nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sind. Idealerweise wählt ihr Gräser mit recht weichen Halmen. Weizenkeimgras, Hafer oder Gerste sind besonders gut geeignet. Aber auch der Zwergbambus (Seychellengras) ist ein hervorragendes Katzengras. Hier solltet ihr aber wieder darauf achten, dass ihr es nicht verwendet, wenn eure Katze unter Rauchern lebt, denn der Zwergbambus ist ebenso ein Giftstoffaufnehmer wie die Grünlilie. Stachelige Blüten solltet ihr ebenfalls vermeiden.

Passt auf, dass eure kleinen Stubentiger nicht zu viel vom Gras fressen, denn übermäßiger Genuss kann auch zu einer Magenschleimhautentzündung führen.

Was unterstützt die Verdauung bei Katzen noch?

Wer nicht auf Gras zurückgreifen, aber seiner Katze trotzdem bei der Verdauung helfen will, hat natürlich auch Alternativen. Zunächst einmal helft ihr eurem Tiger, indem ihr ihn bei der Fellpflege unterstützt. Regelmäßiges Bürsten mit einer geeigneten Katzenbürste reduziert die Menge der verschluckten Haare beträchtlich und beugt somit Haarballenbildung vor. Lest auch dazu unseren Artikel zur richtigen Fellpflege für die Katze.

Im Handel bekommt ihr noch andere Ergänzungsmittel, die den gefährlichen Haarballen vorbeugen und eurer Katze bei der Verdauung helfen. Besonders Malzpasten sind hier die richtige Wahl. Sie hilft mit ihren Ölen bei der Verdauung und lässt die Haare gut durch den Darm wandern, damit sie problemlos nicht durch Erbrechen, sondern eben im Katzenklo ausgeschieden werden. Achtet aber besonders auf die zusätzlichen Kalorien, die ihr eurer Katze mit diesen Pasten und Ergänzungsmitteln zuführt. Gerade, wenn eure Katze sowieso schon ein paar Pfund zu viel mit sich herumträgt, ist das Katzengras wohl die bessere Wahl. Dem Besitzer einer zu dicken Katze empfehlen wir im Übrigen unseren Beitrag Dicke Katze? – So kann eure Katze abnehmen.

Katzengras Pflege – Tipps für längere Haltbarkeit

Am besten ist es natürlich, das Katzengras selbst zu ziehen, da die fertigen Schalen und Töpfe oft übermäßig Dünger erhalten haben, was nicht besonders gesund für unsere Fellnasen ist. Dafür kauft ihr euch einfach ein gutes Saatgut, bringt es in die Erde und stellt es auf die Fensterbank. Doch wer das alles schon einmal hinter sich her, egal, ob gekauft oder selbst angesät, kennt sicherlich, genauso wie ich, das immer wiederkehrende Problem: Das Gras sprießt hervor oder der gekaufte Topf ist wunderbar anzusehen, dicht und üppig und schon nach wenigen Tagen ist es vorbei mit der Pracht. Alle Sorten von Katzengras, die wir euch vorgestellt haben, sind Süßgräser. Deswegen geben wir euch hier noch ein paar Tipps zur Pflege dieser mit auf den Weg, damit es auch möglichst lange hält und ihr nicht jede Woche wieder neues einkaufen müsst.

  • Stellt den Topf oder die Schale an einem hellen Standort auf. Direkte Sonneneinstrahlung solltet ihr aber vermeiden. Am besten wählt ihr ein Fenster, welches nach Osten oder nach Westen rausgeht. Eine recht hohe Luftfeuchtigkeit und angenehme, nicht ganz so warme Zimmertemperatur (15 bis 18 Grad Celsius) lassen das Katzengras gut gedeihen. Meist wird im Handel ein spezielles Zyperngras angeboten, welches etwas weicher gezüchtet ist. Habt ihr diese Sorte gewählt, dann dreht die Heizung höher, denn eine Temperatur von 21 bis 26 Grad empfindet das Gras als angenehm. Zur Erhöhung der Luftfeuchte könnt ihr das Gras ab und an besprühen.
  • Ihr solltet das Katzengras gießen, aber nicht so, dass es richtig nass ist und dann vielleicht sogar schimmelt. Das Zyperngras mag es viel feuchter als die anderen Grassorten. Seid also bei Weizen, Hafer und Gerste lieber sparsamer mit der Wassergabe. Gedüngt werden sollten alle Grasarten nicht.
  • Grundsätzlich lieben alle Katzengras-Sorten eine gut durchlüftete und wasserdurchlässige Erde. Wichtig für das Aussatgefäß ist, dass ihr unten eine Drainageschicht, wie zum Beispiel mit Blähton oder ähnlichem, einbringt, damit das überschüssige Wasser gut abfließen kann.

Tipp: Vor allem die beliebten Gräser von Weizen, Gerste oder Hafer gedeihen im Zimmer nicht ganz so gut wie draußen. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Sieht euer Topf schnell unansehnlich aus, dann schneidet die Halme einfach auf eine Höhe von 2 bis 4 Zentimeter ab und lasst sie neu sprießen. So sind die Halme wieder frisch und die Gräser halten sich etwas länger. Grundsätzlich aber sind die Grasarten nicht für eine dauerhafte Pflanzung im Topf ausgelegt. Ihr müsst also immer wieder neu säen.

Wem das alles viel zu viel Aufwand ist, der bringt seinen Stubentigern einfach Gras von der Wiese mit und bietet es an. Meist nehmen sie es dankbar an und scheren sich nicht darum, ob es gerade aus dem Topf wächst oder eben extra platziert wurde und gar keine Wurzeln hat 😉

 

Katzengras – Wissenswertes und Pflege
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