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Will man den Hund baden, gibt es einiges zu beachten. Dieses Unterfangen ist nicht immer leicht, aber mit einigen Tipps und Tricks geht es auch bei schwierigen Hunden deutlich leichter.

Hunde baden – ja oder nein?

Als erstes stellen wir uns die Frage, ob man einen Hund baden muss. Dieses Thema wird immer wieder heiß diskutiert. Leider kann man die Frage nicht so einfach mit Ja oder Nein beantworten. Gucken wir uns zunächst die Argumente beider Lager – der Befürworter und der Gegner – genauer an. Am Ende könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr euren Hund waschen möchtet oder nicht.

Die meisten Gegner, die gegen das Hunde baden sind, sind der Meinung, dass es keinen Grund hierfür gibt. Wenn ein Hund das Bedürfnis hat, sich zu waschen, dann wird er sich in den See stürzen oder auch im Regen sauber werden. Zugegeben, es gibt extreme Befürworter, die bei jeder Gelegenheit den Hund in die Wanne stecken und dies derart extrem zelebrieren, dass das wirklich nicht gut sein kann. Welpen beispielsweise sollte man gar nicht baden. Nach 12 Wochen kann man hier den ersten Versuch wagen. Junge und ältere Hunde sollte man auch nicht zu oft baden.

Im Prinzip gibt es tatsächlich keinen Grund den Hund zu waschen – mit einigen Ausnahmen,die aber in der Regel nichts mit der Gesundheit des Hundes zu tun haben, sondern eher mit dem Empfinden des Besitzers. Der Hund ist nicht auf ein Bad angewiesen, es schadet seiner Haut eher, auch bei guten Shampoos. Außerdem wird hierdurch der Fettfilm auf dem Hundefell zerstört, welcher eine schützende Wirkung hat. Man greift den natürlichen Säureschutz des Hundes an. Die Folgen sind trockene und juckende Haut sowie unter Umständen Schuppen.

Kein Baden ohne Grund

Will man den Hund baden, dann sollte es einen triftigen Grund geben. Einige Hunde beispielsweise mögen es, sich im Kot zu wälzen. Dass dieser Geruch und Umstand das Herrchen ekelt, ist nachvollziehbar. Das ist ein guter Grund für die Wanne. Auch eine Drehung in schwerem Schlamm ist ein Anlass. Leichter Geruch nach einem Gassigang im Regen ist kein zwingender Umstand. Beim Hund baden sollte man darauf achten, dass das Bad so stressfrei wie möglich verläuft. Gerade in der Eingewöhnungsphase ist das extrem wichtig, ansonsten wird der Hund sich immer vor dem Wasser scheuen und das Baden als Qual empfinden.

Man kann übrigens auch bei starker Verschmutzung, wie durch Schlamm, einfach abwarten, bis dieser getrocknet ist und dann den Schmutz ausbürsten. Das ist wesentlich besser für den Hund. Extremer Schmutz, starker Gestank und zu viele Schuppen auf dem Fell sind die Hauptgründe für das Hundebaden. Baden bedeutet nicht zwangsläufig ein Shampoo oder anderes Mittel zu nutzen – normales Wasser ist die bessere Lösung.

Ein weiterer Grund für ein Bad kann eine Hautkrankheit, ein Pilz oder lästige Parasiten sein. Hier muss man den Hund sogar mehrfach in Folge baden. Aber die genaue Rezeptur und das Vorgehen bespricht man am besten mit dem Tierarzt und entnimmt die Anleitung der Packungsbeilage.

Hund im Schlamm

Wie oft muss ein Hund gebadet werden

Wie oft darf man einen Hund waschen? Wir haben schon erwähnt, es gibt auf diese Frage keine pauschale Antwort. Wenn der Hund keine groben Verunreinigungen hat oder mit etwas Schädlichem in Kontakt gekommen ist, dann sollte man darauf verzichten. Daher ist es schwer, ein Intervall zu nennen. Wenn ihr beispielsweise alle zwei Monate auf einen Reiterhof fahrt, wo sich der Hund in Matsch oder Kot wälzt, dann wird das Waschintervall wohl alle zwei Monate sein. Wichtig zu wissen ist, dass der natürliche Fettfilm auf dem Fell der Hunde eine wichtige Schutzfunktion hat und ungefähr 6 Wochen braucht, bis er sich von einem Bad erholt hat. Diese Angabe bezieht sich natürlich auf ein Bad mit Shampoo, das Baden im See ist kein Problem.

Hunde waschen ohne Hundeshampoo

Es gibt Hundebesitzer, die baden ihren geliebten Vierbeiner mit Babyshampoo. Wir raten davon ab, denn es ist kein hinterlistiges Verkaufsprodukt, dass es spezielles Hundeshampoo gibt. Dieses Produkt hat durchaus eine Berechtigung. Babyshampoo beispielsweise ist sehr mild, aber hat in der Regel einen sehr intensiven Geruch. Der Hund riecht um ein vielfaches besser als der Mensch, daher wäre das nicht gut für den Hund. Natürlich kann man den Hund auch mit einem Hausmittel baden. Das hat den Vorteil, dass man die Zutaten selbst bestimmen kann.

Hund Shampoo

Hund baden – Hausmittel

Hausmittel zum Waschen des Fellträgers gibt es viele. Eine sehr beliebte Variante, gerade wenn man den Kopf des Hundes waschen möchte, ist feines Hafermehl in ein Baumwolltuch zu knoten und damit dann den Hund einzureiben. Hat der Hund Harz im Fell, dann kann man mit Butter arbeiten. Wenn der Vierbeiner unangenehm riecht, dann verwenden viele Hundebesitzer Tomatenmark oder Tomatensaft. Einige Waschfreunde nehmen auch Kokosöl oder Apfelessig, welcher auf einen Teil Essig mit fünf Teilen Wasser verdünnt wird.

Hund baden im Winter

Wenn man den Hund im Winter badet, dann gilt das gleiche Prinzip wie beim Menschen. Der Hund kann sich erkälten. Daher sollte man ihn gut mit dem Handtuch abrubbeln und sollte nicht sofort zum Gassigang starten, sondern ihn erstmal trocknen lassen. Das Baden im See hängt von der Hunderasse ab und ob es ein Männchen oder Weibchen ist. Wenn euer Hund den Drang hat, dass er auch im Winter in den See möchte, dann muss man ihm das nicht verbieten. Allerdings kann es auch hier sein, dass der Hund krank wird oder sich die Blase verkühlt. Weibchen sind für Letzteres deutlich anfälliger.

Hund baden – die Anleitung

Neulich sagte mir ein Freund, er möchte dem Hund duschen beibringen. Ein lustiger Gedanke, dass der Hund von alleine duschen geht. Gemeint war natürlich, dass der Hund die Angst vor dem Wasser verliert und man ihn an das Duschen gewöhnt. Jetzt kommen wir zum Ablauf in der Wanne oder Dusche und zu einigen Tipps und Tricks die das Vorgehen – gerade am Anfang – erleichtern.

Sicherheit geht vor

Damit der Hund in der Wanne nicht ins Rutschen gerät und dadurch vielleicht von der Panik ergriffen wird, ist es sinnvoll eine Anti-Rutsch-Matte hineinzulegen. Wer einen kleinen Hund besitzt kann auch eine Baby-Badewanne nehmen, das reicht vollkommen aus. Nun gilt es, das Wasser richtig zu temperieren. Tendenziell haben wir die Erfahrung gemacht, dass Hunde es ein wenig kühler mögen als Menschen, daher reicht lauwarmes Wasser vollkommen aus. Bitte nicht dem Hund in die Augen oder Nasenlöcher spritzen. Dass mag der Hund gar nicht, da er hier sehr empfindlich ist. Wenn die Augen auch stark verschmutzt sind, dann nehmt einen Lappen und wischt den Bereich ab.

Die richtige Reihenfolge

Tipp: Damit man nicht gleich mit dem unangenehmen Teil beginnt, empfiehlt es sich das Pferd (äh den Hund) von hinten aufzuzäumen (äh zu waschen). Man beginnt mit der Brause am hinteren Teil und arbeitet sich dann langsam an den Seiten vor. Erst am Ende wird der Kopf gewaschen.

Gründlich reinigen

Das Shampoo (sofern man mit einem arbeitet) muss sehr gründlich ausgewaschen werden und darf keine Rückstände bilden. Es sollte auch nicht in die Ohren gelangen. Nach dem Abduschen kann man den Hund mit einem Handtuch trocken rubbeln. Viele Hunde finden diesen Teil am angenehmsten. Wenn es gerade Sommer ist und warm draußen, kann man den Hund direkt ins Freie lassen. Ansonsten, zur nicht so warmen Jahreszeit, macht sich auch ein Plätzchen vor der Heizung sehr gut. Ob man einen Fön verwendet, muss man austesten. Die meisten Hunde haben panische Angst vor der lauten Pustemaschine.

Hund trocknen

Mit Belohnung arbeiten

Tipp: Wenn es der erste Waschgang für euren Hund ist, dann kann man auch vorher das in die Wanne steigen ohne Brause üben. Einfach den Hund ein paar Mal verteilt über mehrere Tage zur Wanne bitten und ein paar Leckerli reinlegen. Dann wird die Wanne ein vertrauter Freund. Manchmal wird der Hund voller Vorfreude von selbst hinein springen.

Mehr Pflegetipps für euren Vierbeiner bekommt ihr in Pfotenpflege beim Hund. Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, dann hinterlasst einen Kommentar.

Hund baden – Tipps und Tricks für die Badewanne
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