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Die wenigsten Hunde können sich frei bewegen und leinenlos glücklich sein. Wir leben in Großstädten oder müssen auf dem Land beachten, dass unser Hund nicht auf Felder läuft, Spaziergänger kommen und auf Wander- und Waldwegen entgegen, die Tiere des Nachbarn und des Bauern wollen ihre Ruhe haben oder unser Hund ist einfach unbeherrscht und kann ohne Leine wirklich nicht nach draußen. Es gibt viele Gründe für eine Hundeleine und es ist gar nicht so einfach, die richtige Hundeleine für unseren Liebling zu finden. Die geringste Qual der Wahl dürfte da noch die nach den modischen Aspekten sein, mit denen wir Jahr für Jahr in den Läden konfrontiert werden. Wie ihr die perfekte Hundeleine finden könnt und vor allem, was ihr bei den vielen verschiedenen Arten beachten solltet, haben wir für euch zusammengetragen.

Die richtige Hundeleine für jeden Einsatzzweck finden

Ihr kennt das: ein neuer kleiner Welpe ist eingezogen, ein Hund aus dem Tierheim gerettet, euer Hund ist aus der Leine herausgewachsen oder hat sie ganz einfach mal wieder zerkaut. Es muss eine Hundeleine her! Doch welche? Im Handel werden extrem viele unterschiedliche Leinen angeboten. Sie unterscheiden sich im Zweck, in der Größe, im Material und dann auch noch die vielen verschiedenen Farben! Wie soll man da nur die richtige Hundeleine finden? Wir geben zu, ganz einfach ist es wirklich nicht, die perfekte Hundeleine zu kaufen, aber es gibt einige Punkte, auf die ihr achten solltet. Das Material ist wichtig, die Länge und vor allem der Zweck. Wir zeigen euch, wo die Unterschiede sind und auf was ihr beim Kauf achten solltet.

Länge der Leine

Die Länge der Hundeleine ist zwar nicht so ausschlaggebend wie das Material und der Zweck, doch wichtig für die Führung des Hundes und eure Kontrolle über seinen Spaziergang. Es gibt Hundeleinen mit einer Länge von nur 35 Zentimetern, aber auch richtig lange Leinen, die 20 Meter und mehr erreichen. Grundsätzlich habt ihr natürlich die freie Wahl, doch je kürzer die Leine, desto mehr Kontrolle habt ihr über euren Vierbeiner. Wie viel Freiheit ihr eurem Hund gebt, solltet ihr selbst entscheiden. Bedenkt aber, dass gerade beim Gassi gehen in Städten die Leine nicht zu lang sein sollte. Zum einen warten Gefahren wie der Straßenverkehr und zum anderen sind viele Menschen und Radfahrer unterwegs und es ist besser, wenn ihr euren Hund an einer kürzeren Leine, maximal zwei Meter, führt, um ihn jederzeit gut im Griff zu haben.

Seid ihr in der Natur unterwegs, dann lohnt sich eine lange Leine, damit euer Liebling genug Freilauf hat, viel erkunden kann und sich fast wie ohne Leine fühlt. Doch bedenkt, dass ihr ab einer Leinenlänge von drei Metern unbedingt mit einem Brustgeschirr unterwegs sein solltet, da sonst zuviel Druck auf Kehlkopf und Halswirbel eures vierbeinigen Freundes ausgeübt werden.

Das Material für die richtige Hundeleine

Es gibt viele Materialien, aus denen mittlerweile Hundeleinen gefertigt werden. Grundsätzlich ist es wichtig, dass das Material robust ist, denn es muss Wind und Wetter trotzen. Hundebesitzer müssen immer vor die Tür, egal, ob es schneit, regnet oder stürmt.

Hundeleine aus Leder

Leder

Der Klassiker für eine perfekte Hundeleine ist natürlich das Material Leder. Sie sind Meisterwerke der Handwerkskunst und besonders weich und bequem zu tragen. Leider werden sie gern zerkaut und halten dadurch nicht ansatzweise so lange, wie sie eigentlich könnten. Umso besser, wenn die Leine aus Leder doppelt gearbeitet ist, denn dann kann sie der Sattler reparieren. Hundeleinen aus echtem Leder benötigen allerdings auch viel Pflege. Damit sie so schön bleibt, wie ihr sie gekauft habt, braucht es regelmäßig ein Lederpflegemittel. Eine Lederleine sollte nie ganz durchweichen, dann wird sie schnell spröde.  Es gibt auch Leinen aus synthetischem Leder. Diese sind etwas preiswerter, aber leider auch kurzlebiger als eine echte Lederleine. Sie ist häufig noch mit Filz unterfüttert, damit sie besser in der Hand liegt. Es gibt sie in vielen Farben, aber ein ehrlicher Rat von uns: Nehmt gleich eine Leine aus Nylon, wenn ihr nicht zu einer echten Leine aus Leder greifen wollt. Sie halten viel mehr aus als die Leinen aus synthetischem Leder.

Nylon

Die meisten Hundebesitzer setzen beim Kauf der richtigen Hundeleine auf Nylon. Das Material ist besonders reißfest, robust und gleich von Anfang an flexibel und schön weich. Leinen aus Nylon sind besonders leicht und somit auch für ganz kleine Hunde geeignet. Es gibt sie in flach oder auch gekordelt miteinander verflochten, so dass sie rund sind. Ein enormer Vorteil der leine aus Nylon ist, dass ihr sie ganz einfach in der Waschmaschine waschen könnt. In eine kleines Säckchen oder in einen Beutel gesteckt, verheddert sie sich auch in der Maschine nicht. Kein Wunder, dass so viele meinen, das die Nylonleine die richtige Hundeleine für sie und ihren Vierbeiner ist.

Paracord

Ebenfalls aus Nylonfasern, aber speziell verarbeitet, präsentiert sich ein neuartiges Material – das Paracord. Leichte, sehr dünne Nylonfäden sind um ein Kernseil geflochten und das ganze Konstrukt wird nahezu unzerstörbar. Solch eine Leine eignet sich also für Welpen, aber auch für besonders kaufreudige Hunde. Auch wenn ihr viel draußen unterwegs seid und Sport bei Wind und Wetter macht, könnt ihr einmal mit einer solchen Leine aus Paracord liebäugeln. Diese Hundeleinen sind etwa doppelt so teuer wie normale Nylon-Leinen.

Biothane

Biothane ist ein recht neues Material, welches ursprünglich aus dem Pferdesport kommt. Es ist ein Polyestergewebe und ist durch eine Ummantelung komplett wasserdicht. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Leder- und Nylonleinen, die sich beide gern vollsaugen und nur schwer und langsam trocknen. Eine Leine aus Biothane ist allerdings ein wenig steifer als die anderen Leinen. Es gibt sie in vielen Farben, so dass jeder seine perfekte Hundeleine finden kann.

Wir erwähnen an dieser Stelle nur kurz die Leinen aus Metall, weil sie aufgrund ihres hohen Gewichts heute doch eher aus der Mode gekommen sind. Für Kurzleinen wird aber immer noch gern auf ein Materialmix aus Leder und Metall bzw. einer Kette zurückgegriffen. Mehr dazu bei den Hundeleinen-Arten.

Qualität der Hundeleine

Alle von uns vorgestellten Materialien haben also ihr Vor- und Nachteile. Umso wichtiger ist es, wenn man die richtige Hundeleine finden will, auf die Qualität zu achten. Kauft ihr zu billig, fransen auch Nylonleinen gern einmal aus, Lederleinen werden zu schnell brüchig und reißen. Untersucht auch eine qualitativ hochwertige und teure Leine regelmäßig auf Bruchstellen oder poröse Stellen, denn die Gefahr, dass sie reißt, ist immer gegeben. Gerade an viel befahrenen Straßen ist das nicht ungefährlich für euren Liebling. Ihr findet die richtige Hundeleine am besten im Fachhandel oder ihr informiert euch ausführlich, ehe ihr die Leine online bestellt. Schnäppchen aus dem Baumarkt oder Lebensmitteldiscounter sind meist am Ende ein Fehlkauf und schlecht investiertes Geld.

Hundeleine Arten

Wenn ihr euch für die richtige Hundeleine entscheiden müsst, dann ist es neben den schon erwähnten Punkten, enorm sinnvoll, sich nach dem Zweck des Einsatzes zu fragen. Lang schon sind die Zeiten vorbei, in denen der Hund nur durch die Gassen geführt wurde und dabei brav neben uns hergetrippelt ist. Mittlerweile dürfen die Hunde an unserem ganzen Leben und vor allem unseren Freizeitaktivitäten teilhaben. Oder ihr geht mit ihnen zum Freizeitsport für Hunde wie dem Agility-Training

Die Führungsleine

Die Führungsleine oder Führleine ist die ganz normale Hundeleine, so wie wir sie schon ewig kennen. Meist hat sie auf beiden Seiten einen Karabiner. Einer wird am Halsband oder am Geschirr des Hundes befestigt und der andere schafft eine Handschlaufe, in dem man ihn an geeigneter Stelle in die Leine einhakt. Die Führleinen gibt es in unterschiedlichen Materialien und Längen (meist zwischen zwei und drei Metern). Man kann sie gut auch zum Jogging verwenden und über die Schulter hängen, wenn der Hund angeleint ist. Richtig praktisch also.

Die Joggingleine

Manche Jogger schwören mittlerweile aber auf spezielle Joggingleinen mit einem Bauchgurt, den sich der Besitzer um die Taille schnürt. So hat er beide Arme frei und kann sich gut bewegen. Der Hund ist also an der Taille befestigt und läuft mit, ohne dass man ihn halten muss. Gut, wir haben das früher einfach mit unserer Führleine und dem Karabiner gemacht, aber die speziellen Joggingleinen sind oftmals noch mit kleinen Taschen ausgestattet, so dass auch das Mobiltelefon, Geldbeutel, Tütchen für das Geschäft und anderer diverse Dinge, die man beim Joggen so dabei hat, ihren Platz finden.

Der Kurzführer

Den Kurführer findet man häufig an sehr großen Hunden, die ihren Kopf sehr hoch tragen. Sie sind nur 35 bis 55 Zentimeter lang und mehr eine Handschlaufe als eine Leine. Mit dem Kurzführer ´kann man einen großen Hund gut bei Fuß halten. ER wird meist zu Trainingszwecken oder zusätzlich zu einer normalen Leine eingesetzt. In dichten Menschenmengen in der Stadt zum Beispiel, sollte man einen Kurzführer für den großen Hund zur Hand haben.

Die Flexlieine

Flexileine Rollleine für Hunde

Sehr beliebt ist die Flexileine oder auch Roll-Leine. Sie hat ein Gehäuse mit einem Wickelmechanismus, aus dem die Leine sich abrollt, wenn der Hund einfach etwas mehr Bewegungsfreiheit braucht. Besteht also Leinenzwang, wie in einer Stadt, dann könnt ihr mit einer Flexileine trotz dessen eurem Hund ein wenig das Gefühl von Freiheit geben. Flitzen die Tiere manchmal zu schnell und zu weit vor und kennen die Leine noch nicht, dann kann der Auslauf schon mal sehr abrupt enden, wenn der Abrollvorgang endet. Auch ihr solltet beim Stoppen darauf achten, dass ihr den Hund nicht zu hart aus einem Lauf zerrt. Deswegen solltet ihr die Roll-Leine oder Flexileine (benannt nach dem Hersteller) auch nur mit einem Brustgeschirr verwenden.

Die Retrieverleine

Ursprünglich wurde diese Leine, wie der Name schon sagt, für die Jagdhundrasse Retriever entwickelt. Man nennt sie auch Moxon- oder Agilityleine. Sie verbindet eine Führleine gleich mit einem Halsband. Das Band wird durch eine Schlaufe gezogen, die sich zusammenzieht oder wieder löst, je nachdem, wie der Hund gerade reagiert. Sie kann schnell übergestülpt und auch wieder abgezogen werden und wird für das Training der Jagdhunde eingesetzt. Für den normalen Gebrauch ist sie nicht so sehr zu empfehlen.

Die Schleppleine

Schleppleinen sind Trainingsleinen. Wenn ihr mit eurem Hund trainiert, gibt sie den nötigen Spielraum. Mit einer Länge von 20 Metern und teilweise noch mehr könnt ihr prima das Apportieren lernen oder dem Hund das „Herkommen“ beibringen. Die Schleppleine darf nicht direkt an einem Halsband befestigt werden, sondern ihr benötigt immer ein Hundegeschirr, wie zum Beispiel ein Brustgeschirr. Die Schleppleine kommt häufig in Hundeschulen zum Einsatz.

Gruppe von Hunden an der Leine

Die Koppelleine

Habt ihr zwei oder noch mehr Hunde, dann ist eine Koppelleine keine schlechte Idee. Es werden zwei oder mehr kurze Leinenstücke in einen Ring an der eigentlichen Leinen eingehangen. So habt ihr nur eine Leine an der Hand, was auf jeden Fall ziemlich praktisch ist. Die Hunde allerdings müssen dann auch recht dicht nebeneinander laufen und sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. So richtig gut funktioniert eine Koppelleine nur bei halbwegs gleich großen Hunden.

Die richtige Hundeleine für Welpen

Die richtige Hundeleine für einen Welpen muss besonders leicht sein. Das Material sollte schön weich sein, denn die kleinen Zähnchen finden immer ihren Weg in die Leine, immer! Nehmt am besten eine Leine aus Nylon, die weich ist und das Gekaue gut vertragen kann. Erst, wenn euer Welpe gelernt hat, dass die Leine nicht zum Kauen da ist, könnt ihr auf eine Lederleine, falls gewünscht, umsteigen. Es gibt auch spezielle Leinen, die aus Stoffbahnen oder Filz bestehen, die miteinander verflochten sind.

Ethische und biologische Aspekte beim Kauf einer Hundeleine

Wer beim Kauf der Hundeleine nicht nur darauf achtet, dass sie ihm und dem Hund gefällt und ihren Zweck erfüllt, sondern auch an Umwelt und Mensch denkt, der sollte sich noch folgende Fragen stellen, um die richtige Leine zu finden:

  • Wurde die Leine aus umweltverträglichen Materialien hergestellt?
  • Woher kommt das Leder? Massentierhaltung oder friedlich freilebende Tiere?
  • Ist die Leine mit giftigen Stoffen behandelt? (Sie schaden nicht nur dem Verbraucher, sondern auch den Menschen, die sie herstellen)
  • Woher stammt das Produkt? Welche Arbeitsbedingungen herrschen da?
  • Achtet der Hersteller auf Gesundheitsschutz?

Zum Schluss haben wir noch zwei Videos für euch, in denen Hundebesitzer Leinenarten vorstellen. Vielleicht hilft euch das auch noch weiter, um die richtige Hundeleine zu finden.

 

 

 

 

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