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Der Sommer ist nicht nur die Lieblingsjahreszeit von uns Menschen, sondern auch von unseren Katzen. Oft beobachten wir sie, wie sie sich auf die Fliesen der Terrasse oder auch einfach auf die Straße legen und sich in der Sonne räkeln. Kein Wunder, kommen doch die Vorfahren unserer heutigen Hauskatzen aus den trockenen, heißen Steppen Nordafrikas. Doch oft hat der Sommer nicht nur positive Seiten. Temperaturschwankungen und große Hitze bei Temperaturen von über 30°C machen nicht nur uns zu schaffen, sondern auch unseren geliebten Vierbeinern. Besonders Langhaarkatzen leiden, wenn das Thermometer hohe Werte anzeigt, aber auch für Kurzhaarkatzen ist der Sommer oft nicht leicht. Es gibt allerdings einige Maßnahmen, die ihr ergreifen könnt, um eurer Katze im Sommer die Hitze erträglicher zu machen. Mit folgenden Tipps sorgt ihr dafür, dass eure Katzen den Sommer in vollen Zügen genießen können.

Bedrohung: Hitzschlag

Da sie ihre Körpertemperatur nur in begrenztem Maß regulieren können, droht auch Katzen ein Hitzschlag. Dass eine Katze sich derartig überhitzt, passiert natürlich nur in Ausnahmefällen. Dennoch ist es sinnvoll, die möglichen Vorboten zu erkennen, damit ihr möglichst schnell reagieren könnt.

Ihr erkennt einen Hitzschlag an folgenden Anzeichen:

  • unruhiges Verhalten der Katze
  • erhöhte Körpertemperatur
  • dunkelrotes Zahnfleisch
  • apathisches auf dem Bauch liegen
  • heftiges Hecheln
  • Erbrechen.

Falls ihr diese Symptome an eurer Katze bemerkt, bringt sie sofort zum Tierarzt! Wickelt sie für den Transport am besten in ein feuchtes Tuch.

Damit es aber möglichst gar nicht erst dazu kommt, geben wir euch hier Hinweise, was ihr tun könnt, um eurer Katze im Sommer zu helfen.

Der Katze im Sommer bei der Abkühlung helfen

Wir Menschen schwitzen, um unsere Körpertemperatur zu regulieren. Das mag zwar manchmal unangenehm sein, dient aber dem Zweck, selbst bei großer Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren. Bei der Katze ist das anders. Zwar besitzt sie ein paar Schweißdrüsen, aber nur sehr wenige, zum Beispiel an den Pfötchen. Diese sind eher dazu da, Duftstoffe auszusenden und ihr Revier zu markieren, als dazu, überschüssige Wärme abzugeben. Um die Hitze unbeschadet zu überstehen, hat sie nur wenige Möglichkeiten:

  • Sie kann sich ein kühles und schattiges Plätzchen suchen.
  • Die Katze putzt sich ihr Fell – der Speichel verdunstet und kühlt so den Körper der Katze.
  • Sie hechelt.

Anders als Hunde hecheln Katzen allerdings nur selten. Wenn eure Katze im Sommer verstärkt hechelt, ist das ein Zeichen dafür, dass sie Abkühlung braucht. Das Hecheln funktioniert nach demselben Prinzip wie das Putzen: Der Speichel im Maul verdunstet und hilft auf diese Weise, den Körper der Katze zu kühlen.

Da Katzen also selbst nicht so viele Möglichkeiten haben, sich abzukühlen, sind sie auf die Unterstützung von uns Menschen angewiesen.

Ein schattiges Plätzchen für die Katze im Sommer

Ein schattiges Plätzchen zur Abkühlung – wer mag das nicht? Freigänger suchen sich ihre Rückzugsorte selbst, doch Wohnungskatzen sind auf die Hilfe ihrer Frauchen und Herrchen angewiesen.

Sorgt für kühle Ecken in eurer Wohnung und verdunkelt womöglich einzelne Räume, damit sie sich nicht aufheizen. Manchmal legen sich Katzen im Sommer auch gern auf die kühlen Fliesen im Bad – wenn das bei eurer Katze so ist, achtet darauf, dass die Tür zum Badezimmer immer offen ist.

Lüftet eure Wohnung morgens und abends gut durch, damit die Luft zirkulieren kann. Behaltet dabei jedoch eure Katze im Blick. Gerade gekippte Fenster stellen eine Gefahr dar, denn Katzen können an ihnen hängenbleiben und sich Verletzungen zuziehen. Ventilatoren sind ähnlich gefährlich – also Vorsicht!

Sonnenempfindliche Katzen sollten, wie wir Menschen auch, die pralle Sonne zur Mittagszeit meiden.

Besonders vorsichtig solltet ihr auch dann sein, wenn ihr eure Katze im Auto transportieren wollt. Am besten lasst ihr es ganz. Auch spaltbreit geöffnete Fenster sorgen nicht für genügend Luftzirkulation – eine Klimaanlage ist da schon besser. Noch besser ist es allerdings, wenn ihr nur in den frühen Morgenstunden oder abends fahrt, und das auch nur, wenn sich ein Transport wirklich nicht vermeiden lässt. Zur Unterstützung könnt ihr eure Katze noch in ein feuchtes Handtuch wickeln.

Balkon und Garten

Glücklich der Mensch, der einen Balkon hat! Glücklich auch die Katze, die im Sommer auf dem Balkon spielen darf. Gerade im Sommer verspricht er Abkühlung und für die Katze einen spannenden Ausguck sowie die Erweiterung ihres Reviers.

Wichtig für eure Katzen ist, dass ihr den Balkon ausreichend sichert – etwa mit Netzen – und für Schatten sorgt. Auch auf die Auswahl eurer Pflanzen solltet ihr achten. Eine gängige Zier- und Zimmerpflanzen, zum Beispiel Efeu, Aloe Vera oder Yuccas, sind für Katzen gefährlich – sie können sich an ihnen vergiften. Auch Schnittblumen wie Tulpen oder Narzissen können euren Katzen schaden. Ihr könnt euch in unserem Artikel über Giftige Pflanzen für Katzen detaillierter mit dem Thema beschäftigen. Am meisten freuen sich eure Vierbeiner, wenn ihr euren Balkon mit katzenfreundlichen Pflanzen ausstattet, etwa mit Katzengras oder Katzenminze.

Falls ihr einen Garten habt, in dem eure Miez sich frei bewegen darf, erledigt sich das mit dem schattigen Plätzchen von selbst. Allerdings solltet ihr aufpassen, wenn ihr einen Gartenteich oder ein Schwimmbecken besitzt. Wasser ist für die Katzen umso verlockender, wenn es draußen heiß ist. Sichert das Becken also mit einem Zaun und sorgt für einen niedrigen Ausstieg, falls euer Vierbeiner doch mal zu neugierig ist. Ermöglicht euren Katzen außerdem Zugang zum Haus für den Fall, dass es draußen zu heiß wird – etwa durch eine Katzenklappe.

Katze im Sommer mit Sonnenbrille im Pool

Wasser – zum Trinken und zum Abkühlen

Das Wichtigste, um Dehydrierung vorzubeugen, ist natürlich Wasser. Katzen zum Trinken zu animieren, ist allerdings immer ein bisschen schwierig. Das liegt daran, dass Katzen ursprünglich Wüstentiere sind und in der Regel keinen Durst verspüren. Wilde Katzen decken ihren kompletten Feuchtigkeitsbedarf durch ihre Nahrung – doch kein Katzenfutter kann das leisten. Trockenfutter entzieht eurer Katze sogar noch Feuchtigkeit, statt ihr welche zuzuführen.

Besonders problematisch wird das natürlich im Sommer. Hier geht es darum, eurer Katze Angebote zu machen, die sie möglichst einfach wahrnehmen kann. Verteilt am besten ein paar Wassernäpfe in eurer Wohnung, an denen sich eure Katze im Sommer dann bedient. Achtet aber darauf, dass ihr das Wasser regelmäßig wechselt, damit es frisch bleibt – andernfalls trinkt eure Katze es sowieso nicht. Das liegt daran, dass Katzen im Laufe der Evolution gelernt haben, dass in stehenden Gewässern Gefahren lauern – in Form von Krankheitserregern und Bakterien.

Falls eure Katzen wirklich nicht so gern trinken und erst animiert werden müssen, könnt ihr auch darüber nachdenken, euch einen Katzenbrunnen zuzulegen. Dieser hat den Vorteil, dass das Wasser fließt und daher so frisch und sauber wirkt wie in der Natur. Ganz nebenbei bedient ihr damit auch noch den Spieltrieb eures Stubentigers.

Zur Erfrischung haben es manche Katzen gern, wenn ihr im Waschbecken im Badezimmer ein bisschen Wasser stehen lasst, damit sie sich die Pfoten abkühlen können. Achtet hier bitte darauf, dass der Wasserstand nicht so hoch sein sollte, dass die Katze ertrinkt, falls sie ausrutscht.

Dass Katzen nicht so gern baden, hat sich wahrscheinlich schon herumgesprochen. Auch bei Hitze ist die Katze zu baden keine gute Idee. Hier gilt: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, denn eure Katzen haben unter ihrem Fell eine Schutzschicht, die durch häufiges Baden beschädigt werden kann.

Was ihr allerdings tun könnt, ist, das Fell eures Vierbeiners mit einem feuchten Handtuch abzureiben. Damit unterstützt ihr die Abkühlung des Fells, die normalerweise geschieht, wenn die Katze sich putzt. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass euer Stubentiger auf diese Weise nicht noch über seinen Speichel Flüssigkeit verliert.

Bei Hitze richtig füttern

Wenn es heiß wird, werden viele Katzen – genau wie wir Menschen – träge. Sie liegen viel herum und bewegen sich kaum. Deswegen haben sie im Sommer auch einen geringeren Kalorienbedarf sowie weniger Hunger und Appetit. Das solltet ihr beim Füttern berücksichtigen.

Trotzdem könnt ihr eure Katze im Sommer unterstützen: Wie wir Menschen bevorzugt sie, wenn es heiß ist, feuchtigkeitsreiche Nahrung. Das bedeutet, dass Trockenfutter mit seinem Feuchtigkeitsanteil von 10% im Sommer eigentlich gar nicht in Frage kommt. Nassfutter besitzt einen Feuchtigkeitsanteil von 70% und eignet sich daher sehr viel besser. Aber: Füttert am besten nur kleine Portionen, denn bei Hitze kann das Futter schnell verderben und Fliegen und anderes Ungeziefer anziehen.

Falls eure Miez dennoch etwas übriglässt, überdeckt den Rest mit Frischhaltefolie und bewahrt ihn im Kühlschrank auf. Vor der nächsten Mahlzeit solltet ihr das Futter am besten 15 Minuten eher aus dem Kühlschrank nehmen, damit es nicht zu kalt ist, wenn ihr es eurer Katze serviert. Kühlschrankkaltes Fressen kann bei eurem Stubentiger zu Magen- und Darmproblemen führen. Wenn eure Katze das Futter hingegen gar nicht mehr anrührt, ist es wahrscheinlich verdorben – ab in die Tonne damit.

Sonnenbrand bei Katzen

Es mag sich seltsam anhören, ist aber wahr: Auch Katzen können Sonnenbrand bekommen. Und genau wie bei Menschen können Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung auch bei euren Stubentigern zu Krebs führen. Vor allem Nase und Ohren sind empfindlich. Besonders gefährdet sind Tiere mit weißem oder sehr wenig Fell.

Weiße Katze in der Sonne

Am einfachsten ist es natürlich, wenn ihr eure Vierbeiner zur Mittagszeit in eurer Wohnung behaltet. Aber auch, wenn sie sich lieber draußen aufhalten, könnt ihr sie schützen – und zwar mit Sonnencreme. Zwar gibt es auch extra Sonnenschutz für Katzen, aber in den meisten Fällen hilft schon eine normale Sonnencreme, wie sie auch für Babies verwendet wird. Achtet auf einen hohen Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) und darauf, dass die Sonnencreme nicht nur parfumfrei, sondern auch frei von Farb- und Konservierungsstoffen ist. Baby-Sonnencreme hat den Vorteil, dass sie schnell einzieht und eure Katze sie nicht so leicht wegschlecken kann. Um eine Vergiftungsgefahr zu vermeiden, empfehlen wir außerdem Sonnenschutz auf Wasserbasis statt auf Ölbasis.

Falls sich eure Katze im Sommer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch mal einen Sonnenbrand holt, kühlt die entsprechende Stelle und behandelt sie mit einer Fettcreme.

Sommerzeit ist Insektenzeit

Sommerzeit ist immer auch Insektenzeit. Gerade Katzen, die Freilauf haben, bringen in ihrem Fell oft blinde Passagiere mit nach Hause. Zecken, Flöhe, Milben – wichtig ist es, dass ihr das Fell eurer Katze im Sommer regelmäßig auf Parasiten hin untersucht.

Zwar trägt das Fell auch zur Klimaregulierung bei und bietet einen gewissen Sonnenschutz, doch vor allem bei Langhaarkatzen ist es wichtig, dass ihr ihr Fell regelmäßig bürstet, um abgestoßene Haare zu entfernen und so den Fellwechsel zu unterstützen. Wenn die abgestoßenen Haare ausgebürstet werden, funktioniert die Verdunstungskühlung wieder besser, und es kommt mehr Luft an die Haut – eure Katze fühlt sich wohler. Wenn ihr noch die richtige Katzenbürste sucht oder generell Tipps sucht, dann lest am besten unseren Artikel zur Fellpflege bei Katzen.

Vorsicht ist allerdings mit Insektiziden geboten, denn Katzen reagieren hier empfindlich. Es kann zu allergischen Hautreaktionen oder zu Magen-Darm-Problemen kommen. Zum Schutz vor Insekten in der Wohnung empfehlen sich Fliegengitter. Diese halten auch Wespen fern, denn wenn eine Katze im Sommer von einer Wespe gestochen wird, kann es auch gefährlich werden. Falls es doch passiert, entfernt den Stachel so schnell wie möglich, kühlt die betroffene Stelle und bringt eure Miez zum Tierarzt.

Zusatztipp: Kokosöl

Ein zusätzlicher Tipp, damit sich Zecken und Flöhe gar nicht erst im Fell eures Vierbeiners festsetzen, ist Kokosöl. Diese natürliche Alternative zu Spot-Ons vom Tierarzt sorgt dafür, dass die Parasiten weniger Lust haben, sich auf eurer Katze einzunisten. Der Grund dafür ist die im Kokosöl natürlich enthaltene Laurinsäure. Zur Vorbeugung reibt ihr einfach einmal pro Woche das Fell eurer Katze mit einer kleinen Menge Kokosöl ein.

Die meisten Katzen schätzen die zusätzlichen Streicheleinheiten, und da Kokosöl ein reines Naturprodukt ist, macht es auch nichts, wenn eure Katze es abschleckt. Als positiver Nebeneffekt wird das Fell schön weich. Es ist auch möglich, eurer Katze das Kokosfett unters Futter zu mischen. Dafür genügt eine erbsengroße Menge dreimal pro Woche.

Wir haben euch hier ein paar Tipps gegeben, damit nicht nur ihr, sondern auch eure Katze im Sommer möglichst viel Freude hat und die heiße Jahreszeit unbeschwert genießen kann. Falls euch noch etwas einfällt, das wir hier vergessen haben, lasst es uns wissen. Wir freuen uns immer über Feedback und nehmen eure Tipps gern mit auf.

Die Katze im Sommer – Schutz vor der Sommerhitze
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