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Der Pudel ist eine der beliebtesten Hunderassen auf der ganzen Welt. Dabei scheiden sich doch gerade am Pudel oftmals die Geister. Die einen lieben ihn und zählen ihn zu den besonders intelligenten und treuesten Hunderassen, die anderen sehen in ihm das Modepüppchen, welches extrem vermenschlicht wurde und wird. Das liegt nicht zuletzt an den französischen Hofdamen, die schon im 19. Jahrhundert die Pudel als Schoßhündchen und Frisierpüppchen benutzten. Aber auch in Deutschland war der Pudel, vor allem in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, ein beliebter Modehund, der mit allerlei kruden Frisuren und Accessoires ausgestattet, tatsächlich kaum mehr seinem ureigenen Temperament und Wesen nachkommen konnte. Tatsächlich war der Pudel nämlich ein Jagd- und Arbeitshund. Das mag sich so manch einer gar nicht vorstellen können. Grund genug, dass wir uns den Hund einmal genauer ansehen und ihm ein Rasse-Portrait widmen.

Pudel – Steckbrief

Herkunft: Frankreich

andere Namen: Poodle, Barbone, Caniche

Größe/Widerristhöhe: Toy-Pudel 18 bis 28 cm, Zwergpudel 26 bis 34 cm, Kleinpudel 30 bis 45 cm, Großpudel 40 bis 60 cm

Gewicht: Toy-Pudel 3 kg, Zwergpudel bis 7 kg, Kleinpudel bis 12 kg, Großpudel bis 23 kg

Lebenserwartung: 13 bis 17 Jahre

Fellfarben: weiß, schwarz, braun, apricot oder silber

Charakter: aktiv und aufmerksam, sehr treu, freundlich und intelligent, gut erziehbar und trainierbar

Pflegeaufwand: regelmäßiges Bürsten wichtig, Hang zum Übergewicht bei falscher Ernährung

Preis: 600 bis 1300 Euro

Pudel – Herkunft

Die Rasse des Pudels ist schon ziemlich alt. Ganz genau ist, wie bei vielen Rassehunden, seine Herkunft nicht geklärt. Schon vor 2000 Jahren soll es bereits erste Pudel im alten Rom und in Persien gegeben haben. Seine Verbreitung in Europa verdanken wir den Franzosen. Sie hielten sich die Tiere schon im Mittelalter und sie waren vor allem Begleiter bei der Jagd auf Wasservögel. Das umschreibt auch das französische Wort für Pudel, Caniche, was Ente bedeutet, ein sehr gern gefangener und verspeister Wasservogel in Frankreich. Das Wort Pudel stammt vom altdeutschen Wort Puddeln, was soviel bedeutet wie Plantschen und dem Wort Pfudel, ein altes Wort für eine Wasserpfütze, ab. Diese Bezeichnung lässt auch vermuten, dass der Pudel tatsächlich auch mit den Wasserhunden verwandt ist.

Ursprünglich war die Rasse eher mittelgroß. Die weiteren Ausdifferenzierungen in besonders kleine Hunde wie der Toy-Pudel oder besonders große wie der Königspudel, kamen erst in späterer Zeit hinzu.

weißer Pudel auf Bank

Rassemerkmale vom Pudel

Laut des größten kynologischen Dachverbandes „Fédération Cynologique Internationale“ ist der Pudel zur Gruppe der Gesellschafts- und Begleithunde zu zählen. Die Hunderasse wird in vier Pudelarten unterteilt, die wir schon im Steckbrief aufgezählt haben, da sie sich vor allem in ihrer Größe unterscheiden. Der Großpudel, auch Königspudel genannt, der Kleinpudel oder Mittelpudel, der Zwergpudel und der Toy-Pudel sind im Rassekatalog aufgenommen. Alle Pudelarten zählen zu den langhaarigen Rauhaarrassen.

Weitere Pudelarten sind der Schaf- oder Hütepudel und der Wolfspudel. Beide sind aber nicht von der FCI anerkannt.

Erscheinungsbild und Körperbau

Die Körperlänge des Pudels ist etwas länger als seine Schulterhöhe. Optimal sind es 10 Prozent. Kopf und Nase sind wohl ausgeformt. Die Kuppe der Nase ist schwarz bis dunkelbraun. Die mandelförmigen Augen am ovalen Oberkopf sind meist braun, können aber auch schwarz und teilweise sogar bernsteinfarben sein. Auch wenn er insgesamt eine sehr grazile Erscheinung macht, ist er dennoch muskulös. Sein Gang ist stets aufrecht, mutet stolz und fast tänzerisch an. Auch die hoch angesetzte Rute wird zumeist gerade nach oben getragen.

Fell und Färbung

Das Fell des Pudels ist besonders auffällig, weil es stark gekräuselt ist und sich besonders weich anfühlt. Es muss regelmäßig gebürstet und geschoren werden, damit es keine Knötchen bildet und verklumpt. Der Pudel hat keinen Fellwechsel mit den Jahreszeiten wie andere Rassen. Das Haarkleid wächst recht schnell, vor allem Augenbrauen und Bart müssen häufig gestutzt werden, damit der Hund nicht ungepflegt aussieht und das Fell ihn in seiner Sicht und Bewegung behindert.

Die typischen Fellfarben waren ursprünglich schwarz, weiß und braun. Mittlerweile sind auch neuere Färbungen wie apricot, silber und red zugelassen. Es gibt auch Pudel, die zweifarbig sind, allerdings sind hier die meisten noch nicht in den Katalog der Rassemerkmale aufgenommen worden und somit nicht offiziell als Rassepudel anerkannt.

Gute Nachrichten für Allergiker! Der Poodle haart fast überhaupt nicht und ist daher auch für Allergiker gut geeignet.

Anfälligkeiten und Krankheiten

Großpudel oder Königspudel neigen, wie alle großen Hunde, zur Hüftgelenksdysplasie. Jeder Hund wird bei seriösen Züchtern auf die Erbkrankheit untersucht, so dass belastete Pudel zumeist dann nicht für die Zucht genommen werden. Kleinere Pudelrassen haben manchmal mit den Kniegelenken zu kämpfen (Verrutschen der Kniescheibe) und manche leiden an einer erblich bedingten Augenkrankheit. Die prcd-PRA ist durch fortschreitenden Netzhautschwund definiert. Aber auch hier werden die potentiellen Eltern untersucht, so dass die Krankheit immer weniger häufig auftritt. Grundsätzlich aber ist der Pudel ein sehr robuster Hund.

 

kleiner Pudel WelpeDer Pudel – Charakter und Temperament

Entgegen der landläufigen Meinung, der Pudel wäre ein Modepüppchen, eitel und arrogant, ist die Hunderasse wirklich äußerlich wie innerlich sehr vielfältig. Sein Wesen ist gutmütig und verspielt, treu und richtig fröhlich.

Umgang mit anderen

Alle Pudelarten sind sehr kinderlieb und sanfte Gemüter. Die Hunde lassen sich fast gar nicht stressen, Sie sind sehr anhänglich und wollen ihrem Menschen gefallen. Auch Fremden gegenüber verhält sich das Tier freundlich und es begrüßt Besucher sofort und wedelt mit dem Schwanz. Ihr denkt, als Wachhund ist er also nicht zu gebrauchen? Weit gefehlt! Er beschützt seine Familie, verteidigt sie und ist ein sehr tapferer Hund. Gegenüber anderen Hunden verhält sich der Caniche zwar freundlich, aber distanziert, eher zurückhaltend. Statt loszupreschen, geht er Unannehmlichkeiten lieber aus dem Weg. Auf dem Spaziergang ist er also ein besonnener Begleiter.

Bewegungsdrang und Jagdtrieb

Pudel sind unglaublich bewegungsfreudig. Natürlich ist diese Hunderasse nicht als Hochleistungssportler geeignet und auch unendlich lange Spaziergänge oder Radfahrten wie mit einem Husky müsst ihr auch nicht mit ihm machen, aber er will laufen, umherspringen und tollen. Er apportiert unheimlich gerne und ist damit gern und lange beschäftigt. Getreu ihrer Ursprünge lieben die Tiere es, im Wasser zu waten und zu schwimmen. Entgegen ihrer ursprünglichen Verwendung als Jagdhunde, haben die Pudel keinen ausgeprägten Jagdtrieb mehr. Eigentlich ist davon wirklich nur die Lust am Apportieren geblieben. Probiert es aus, ihr werdet erstaunt sein, mit welcher Begeisterung die kleinen, aber auch die großen Vertreter der Rasse allen Gegenständen, die ihr werft, hinterherflitzen und sie brav zu euch zurückbringen. Bemerkt ihr, dass euer Welpe doch noch ein bisschen mehr Jagdtrieb in sich hat, dann besucht die Hundeschule. Er ist schnell abtrainiert.

Erziehung und Trainingsfähigkeit

Damit sind wir auch schon bei der Erziehungs- und Trainierfähigkeit des Pudels. Die Hunde sind sehr intelligent und gelehrig. Neues Wissen saugen sie geradezu auf. Pudel tun alles, um Frauchen und Herrchen zu gefallen. Sie sind wirklich leicht erziehbar und begreifen sehr schnell. Man kann sie gut zu Hause erziehen, aber auch die Hundeschule schadet nicht. Beschäftigungen und Trainings wie Agility oder Dog-Dance sind perfekt für die Pudel.

Interessant: Wusstet ihr, dass Pudel auch zur Trüffelsuche eingesetzt werden? Auch als Rettungshunde und Blindenhunde dienen die Pudel.

Pflege und Haltungstipps für den Pudel

Die Haltung des Pudels ist unkompliziert, wie man anhand seiner Wesenbeschreibung ja schon vermuten kann. Wenn ihr kleine Kinder habt, dann solltet ihr ein bisschen darauf achten, dass sie nicht gar zu rau mit den kleinen Pudelrassen umgehen. Was er durch sein langes lockiges Haar aber regelmäßig braucht, ist eine gute Fellpflege. Kämmt und bürstet ihn mindestens einmal die Woche. Zum Scheren sollte er alle 6 bis 8 Wochen. Wie ihr ihn schert, ist dem Pudel ziemlich egal. Es muss nicht die Standardfrisur aus den 50er Jahren sein, die ihr eurem Hund verpassen lasst. Er fühlt sich auch einfach nur etwas kürzer geschoren wohl, ohne kunstvolle Bommeln oder Turmfrisuren. Geht am besten dafür in einen guten Hundesalon. Das Geld ist es auf jeden Fall wert. Wenn ihr es dennoch alleine Probieren wollt, dann lasst euch zumindest beim ersten Mal das Scheren ordentlich von einem Fachmann oder einer Fachfrau erklären und zeigen.

Regelmäßige Krallenpflege ist natürlich auch notwendig. Kontrolliert uns säubert regelmäßig die Ohren. Die Schlappohren sehen zwar lustig aus, aber es bildet sich in solchen Ohren auch immer etwas mehr Ohrenschmalz als bei Hunden mit stehenden Ohren. Dieser muss natürlich weg. Zudem haben Pudel sehr empfindliche Augen. Sie sitzen sehr tief und neigen zu Verunreinigungen. Wenn ihr sie regelmäßig mit warmen Wasser gut säubert, bilden sich keine Entzündungen und die manchmal tränenden Augen werden verhindert.

Wenn ihr nun Lust auf einen Pudel bekommen habt und euch einen Welpen ins Haus holen möchtet, dann schaut doch bei einem der Pudelklubs online oder im richtigen Leben vorbei. Sie haben noch viel mehr Informationen und können euch ganz sicher wertvolle Tipps geben:

 

 

Der Pudel im Rassehund-Portrait
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