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„Alles für den Dackel, alles für den Club!“ Wer kennt den Spruch nicht? Zumindest die nicht mehr ganz so Jungen unter uns, haben sofort ein Bild vor Augen. Dackel haben in Deutschland eine lange Tradition. Der kleine Jagdhund gehört zu den beliebtesten Hunderassen in unseren Breiten. Da ist es doch selbstverständlich, dass der treue, aber sture Dachshund von uns auch ein Rasseportrait bekommt. Wir erzählen euch alles über die Geschichte des Teckel, seine Rassemerkmale, sein Wesen und geben Tipps zur Haltung und Pflege.

Dackel– Steckbrief

Herkunft: Deutschland

andere Namen: Dachshund, Teckel

Größe/Widerristhöhe: 20-26 Zentimeter

Gewicht: 3 bis 12 Kilogramm (je nach Art)

Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre

Fellfarben: unterschiedlich nach Art von wildfarben (Rauhaardackel) über rot, gelb, braun, schwarz bis zu schokoladenbraun oder gar getigert

Charakter: sehr selbstbewusst, stur, aber sehr treu, sehr lernfähig, bewegungsfreudig

Pflegeaufwand: gering bis mittel

Preis: ca. 500 Euro (kann auch bis zu 1000 Euro erreichen)

Herkunft und Geschichte des Teckel

Der Stammbaum des Dackels reicht sehr weit zurück. Schon die Kelten liebten die kurzbeinigen Bracken.  Im Mittelalter war der Hund als Jagdhund sehr beliebt und man geht davon aus, dass schon im 16. Jahrhundert der Dackel ähnlich seinen heutigen Rassemerkmalen vorkam. Sein Körperbau war praktisch, um Dachs und Fuchs nachzupirschen und mit der langen Schnauze tief in deren Bauten hineinzuschnüffeln. Die kurzen Beine waren nicht nur der schnellen Fortbewegung vor allem im Wald dienlich, sondern schon damals grub der kleine Hund mit ihnen unglaublich gern. Er kroch den Dachsen und Füchsen in ihren Bauten nach und wurde so auch gern Tachs-Kriecher genannt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Teckel als Rassehund definiert. Im Jahr 1888 wurde der Deutsche Teckelklub gegründet, der noch bis heute Dackel verschiedenster Art züchtet.

Der Dackel Aussehen und Merkmale

Der Dackel – Aussehen und Rassemerkmale

Dackel ist nicht gleich Dackel, denn man unterscheidet drei Arten der Dachshunde: den Langhaardackel, den Kurzhaardackel und den Rauhaardackel. Außerdem gibt es ihn in drei Größen: den Standard-, den Zwerg- und den Kaninchenteckel.

Allgemeine Kennzeichen des Dackels

Die Hauptkennzeichen des Dackels sind seine Niederläufigkeit durch die kurzen Beinchen in Kopplung mit einem langgestreckten Körper. Diese sind durch eine Mutation des Knorpels entstanden, in der Fachsprache nennt man dies Chondrodystophie. Durch diese Mutation wird beim Röhrenknochen ein Zwergwuchs ausgelöst. Nur zu gern züchtete man Hunde mit dieser Mutation weiter, denn sie sind für den Menschen sehr nützlich. Die brackenähnlichen Hunde sind hervorragend bei der Jagd und bei Arbeiten in engen Räumen einsetzbar. Weitere Kennzeichen sind die dicken Pfoten und die langen Schlappohren, die an einem sehr langgezogenen Kopf sitzen. Auch wenn es die drei unterschiedlichen Größen gibt, so bringen doch die drei Haarvarietäten des Dackels die Wesensunterschiede mit. Deswegen wollen wir euch kurz die drei Arten des Dachshundes vorstellen.

Kurzhaardackel

Kurzhaardackel besitzen ein dichtes, kurzes Fell, welches eng anliegt. Die Tiere haben dunkle Augen, Nasen und auch die Krallen sind dunkel gefärbt. Das übrige Fell ist meist rot. Es gibt aber auch Kurzhaardackel mit schwarzer Grundfärbung und rötlich-braunen Flecken. Kurzhaardackel sind munter und vergnügt und eignen sich als Haustier ganz besonders.

Rauhhaardackel

Der Rauhaardackel wird vor allem im Deutschen Teckelclub gezüchtet und ist eigentlich ausschließlich für die Jagd vorgesehen.  Er ist viel robuster als die Kurzhaar- oder Langhaardackel. Man erkennt ihn am recht drahtigen Fell, welches auch eine wärmende Unterwolle besitzt. Etwas wild lassen ihn auch die buschigen Augenbrauen und die stark behaarten Pfoten aussehen. Rauhaardackel sind zumeist saufarben unterwegs. Es gibt sie aber auch in anderen Färbungen wie schwarzrot oder dürrlaubfarben.

Der Rauhaardackel ist durch eine Kreuzung des Dackels mit dem Dandie Dinmont Terrier entstanden, was man ihm auch deutlich ansieht. In Süddeutschland wurden auch schon mal Schnauzer mit eingekreuzt. Der Rauhaardackel ist äußerst selbstbewusst, denn er trifft auf der Jagd eigene Entscheidungen. Das macht ihn als Haushund ein wenig komplizierter als den Kurzhaar- oder Langhaardackel. Er braucht ständig Beschäftigung und sehr viel Bewegung.

Langhaardackel

Der Langhaardackel war lange die beliebteste Art unter den Teckeln. Aber seit den 1970er Jahren wurde er vom Rauhaardackel abgelöst. Er ist ursprünglich aus einer Kreuzung des Tachs-Kriechers mit Spaniel-, Setter- und Wachtelhunden entstanden. Besonders die roten Langhaardackel wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer beliebter. Ansonsten findet man beim Langhaardackel alle Farben, die auch der Kurzhaardackel haben kann. Das Fell ist lang und seidig-glänzend. An den Läufen und der Körperunterseite ist das glatte Fell am längsten.

Auch wenn der Langhaardackel grundsätzlich in seinem Wesen immer noch ein Jäger ist, hat er sich doch im Laufe der Zeit zu einem umgänglichen Haustier entwickelt. Als Wachhund ist er aber auch heute noch gern unterwegs.

Dackel -Charakter und Wesen

Wie wir bei der Beschreibung der unterschiedlichen Haarvarietäten schon anklingen ließen, ist der Dackel zwar klein, aber kein Schoßhündchen.Sie zeichnen sich durch enorme Lebhaftigkeit und Bewegungsdrang aus. Ein Dackel will etwas erleben, draußen herumflitzen und die Welt entdecken., Er ist neugierig und wissbegierig. Zugleich hat er nie seine Wesensmerkmale des Jagdhundes verloren. Er ist mutig und selbstbewusst und wirkt daher auch gern einmal recht störrisch, wenn er seinen eigenen Kopf wieder einmal durchsetzen will. Dackelbesitzer wissen bestimmt ganz genau, was wir meinen.

Auch auf der Straße bei der Begegnung mit anderen Hunden und Artgenossen merkt man, was in dem kleinen Energiebündel steckt. Wagemutig legt er sich mit allen an, egal, wie viel größer die anderen Hunde sind. Menschen gegenüber sind sie wesentlich ruhiger, gar argwöhnisch Fremden gegenüber. Sie gelten als gute Gesellen des Menschen, sind aber nicht so extrem anhänglich wie andere Hunderassen. Übrigens: wer eine solche Hunderasse sucht, liest am besten einmal in unseren Beitrag Die anhänglichsten Hunderassen hinein.

Dackel-Erziehung

Der kleine sture und selbstbewusste Hund will gut erzogen sein, auch wenn das manchmal wirklich anstrengend sein kann. Wenn ihr einen Dackelwelpen ins Haus holt, dann beginnt frühzeitig mit der Erziehung. Am besten sucht ihr euch einen Dackel-Erziehungskurs, wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt. Diese beginnen schon im Welpenalter und dauern meist um die acht Wochen. Danach könnt ihr mit eurem Teckel allein weitertrainieren. Er lernt schnell und leicht, wenn er will.

Haltung und Pflege des Dachshundes

Der Dackel ist sehr robust und benötigt nicht so sehr viel Pflege, also keine besondere, die ihn von anderen Hunden unterscheidet. Bei der Fellpflege und der Ernährung gibt es einige wichtige Punkte, auf die wir kurz eingehen wollen.

Fellpflege

Der Aufwand bei der Fellpflege ist natürlich ja nach Haarvarietät unterschiedlich hoch. Beim Kurzhaardackel ist er typischerweise am geringsten. Dennoch sollten alle Dackel intensiv gebürstet werden, die langhaarigen Arten eben etwas häufiger und länger, Beim Langhaardackel verwendet ihr eine weichere Bürste als beim Rauhaardackel. Außerdem muss der Rauhaarteckel getrimmt werden.

Da die Dackel ziemlich nah am Untergrund entlanglaufen, ist es bei ihnen besonders wichtig, das Fell regelmäßig auf Zecken zu untersuchen. Um Zecken beim Hund generell vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Lest alles darüber in unserem Beitrag Welche Zeckenmittel für Hunde gibt es?

Ernährung

Der kurzbeinige Dackel ist sehr bewegungsfreudig, aber auch anfällig für Übergewicht. Deswegen ist neben viel Bewegung auch die richtige Ernährung wichtig.  Viele verdauungsfördernde Faserstoffe im Futter und nicht zu viele Essengaben helfen, die Rückenwirbel des Dackels zu entlasten, denn jedes Gramm mehr belastet das Rückgrat. Der Dackel frisst gern und gern auch Leckereien, die ihm, wenn er nicht wie es seiner ursprünglichen Natur entspricht, dauernd auf der Jagd ist, dick werden lassen. Also widersteht dem Dackelblick und bleibt bei der Ernährung konsequent dun artgerecht.

Rassetypische Krankheiten

Leider ist der Dackel durch seine Mutation auch anfällig für einige rassetypische Krankheiten. Bandscheibenvorfälle, die Dackellähme und verschiedene rheumatischer Erkrankungen sind keine Seltenheit. Abgesehen davon ist der kleine fidele Hund aber sehr robust. Doch seine Wirbelsäule unterliegt bedingt durch seinen Körperbau eben besonderen Belastungen. Bei einer speziellen Form des Bandscheibenvorfalls, der Dackellähme, werden zum Beispiel die Nerven des kleinen Rackers durch die Wirbel eingequetscht und er kann seine Bewegungen nicht mehr richtig koordinieren. Ihr könnt den kleinen Kerl mit einer gesunden Ernährung und unterstützende Nahrunsgergänzungsmittel etwas helfen und diese Krankheit verhindern oder zumindest hinauszögern.

drei Dackel Welpen

Dackel kaufen

Wie immer, wenn man sich einen Hund kaufen will, muss man auch beim Dackelkauf genau abwägen, ob man die Zeit und die Geduld für das Tier hat.  Der Dackel benötigt, wie ihr gelesen habt, viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Gerade für Berufstätige ist es daher nicht immer leicht, sich für einen Hund zu entscheiden. Wenn ihr aber sicher seid, dass ihr einen Dackel kaufen wollt, dann solltet ihr überlegen, ob ihr einen Welpen oder einen erwachsenen Teckel in euer Haus holt. Achtet bei einem Welpen darauf, dass ihr ihn frühestens ab der achten Woche zu euch holt. Dann beginnt die Sozialisierungsphase und hält bis zur 12. Woche an. Diese prägende Phase solltet ihr intensiv mit dem Hund verbringen. Geht unbedingt zu einem seriösen Züchter und lasst euch nicht für kleines Geld Hunde aus schlechten Haltungs- und Zuchtbedingungen verkaufen.

Auch im Tierheim sitzen leider viele Dackel und warten auf ein neues Zuhause. Hier müsst ihr ein wenig aufpassen, denn diese Tiere sind schon sozialisiert, haben ihre Eigenheiten ausgeprägt, die ihr eventuell nur sehr schwer oder gar nicht aus dem kleinen Teckel wieder herauserziehen könnt. Deswegen ist es um so wichtiger, dass ihr den Dackel aus dem Tierheim richtig gut kennenlernt, um abzuschätzen, ob er zu euch und ihr zu ihm passt.

 

Der Dackel – selbstbewusster und treuer Begleiter im Portrait
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